Allein am Donnerstag 15 neue Fälle
Haaksbergen ist Corona-Hotspot

Haaksbergen -

In Alstättes niederländischem Nachbarort Haaksbergen ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Bewohner stark gestiegen. Allein am Donnerstag wurden 15 neue Fälle bekannt.

Montag, 28.09.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 10:57 Uhr
Haaksbergens Bürgermeister Rob Welten
Haaksbergens Bürgermeister Rob Welten

Die niederländische Gesundheitsbehörde GGD meldete für diesen Tag einen Wert von umgerechnet über 61 pro 100 000 Einwohnern. Damit lag die Gemeinde auf der Rangliste der niederländischen Kommunen ganz weit oben. Zum Vergleich: Enschede kam nur auf einen Wert von acht.

Haaksbergens Bürgermeister Rob Welten sprach von „einer besorgniserregenden Entwicklung“. Er kündigte am Freitag Maßnahmen an. Sie wurden mit dem GGD und der Sicherheitsregion Twente, in der die Gemeinden der Region in Sicherheitsfragen zusammenarbeiten, abgestimmt. Neben einer Kommunikationsoffensive will die Gemeinde mehr Kräfte einsetzen, die die Einhaltung der Hygienemaßnahmen durchsetzen.

Zwei besondere Infektionsherde zeichneten sich ab: einmal die Schule Los Hoes und der Sportverein VV Haaksbergen. Dazu kommen etliche Infektionen, die nicht im Zusammenhang mit diesen Herden stehen. Bei VV wurden alle Aktivitäten zunächst bis zum 1. Oktober abgeblasen. Der GGD steht in Kontakt mit der Schule, um passende Maßnahmen zu ergreifen. Der Unterricht soll zunächst aufrechterhalten bleiben, teilte die Gemeinde mit.

Welten wollte niemandem die Schuld für die Steigerung der Infizierten-Zahlen zuweisen. Der Vorsitzende der Sicherheitsregion, Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen, dagegen meinte, dass einige Leute in Haaksbergen offenbar die Hygienevorschriften nicht so eng gesehen hätten. „Es wird Zeit, die Zügel straffer anzuziehen.“ Van Veldhuizen befürchtet, dass die negative Entwicklung die gesamte Region Twente in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Ziel müsse es sein, die Zahl der Infizierten unter den nationalen Durchschnitt zu drücken, so Welten. „Es muss etwas geschehen. Wir haben Gespräche mit Verantwortlichen aus den Schulen, Gesundheitswesen, Einzelhandel, Sportvereinen, religiösen Gemeinschaften und Hotel- und Gaststättengewerbe geführt. Ich stelle fest, dass dort bereits strenger auf die Einhaltung der Regeln geachtet wird.“ In Supermärkten würde beispielsweise konsequenter auf die Abstandsregeln geachtet.

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