Karl-Heinz Höpers Blick auf die Corona-Zeit
Zwischen Düsternis und Hoffnung

Alstätte -

Karl-Heinz Höper ist Berufsmusiker. Doch die Corona-Pandemie behindert den Alstätter ganz wesentlich an der Ausübung seines Berufs. Trotzdem sieht er die aktuelle Situation nicht nur negativ.

Sonntag, 11.10.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 18:28 Uhr
Karl-Heinz Höper und seine Grenzland-Musikanten treten am 31. Oktober in der Ahauser Stadthalle auf.
Karl-Heinz Höper und seine Grenzland-Musikanten treten am 31. Oktober in der Ahauser Stadthalle auf. Foto: privat

Für Musiker ist es gerade keine einfache Zeit, besonders nicht für die, die ihren gesamten Lebensunterhalt damit verdienen müssen. Der Alstätter Karl-Heinz Höper ist so jemand. Mit seiner Band Chicken Skin trat er sonst pro Jahr auf bis zu 60 Partys auf, außerdem begleitet er mehrere Chöre und arbeitet als Musikschullehrer.

Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, bewahrt er sich trotz der Coronakrise seinen Optimismus. Schon im April hatte er erklärt: „Es gibt Menschen, die sind viel schlechter dran. Wenn ich zu meinen niederländischen Kollegen schaue, bin ich froh, dass ich in Deutschland wohne.“

Ein halbes Jahr später ist das nicht anders. Heute sagt er: „Corona hat nicht viel Gutes, aber für Künstler wie mich ist es eine Chance, aus dem Hamsterrad rauszukommen. Das sagen viele in der Branche.“

Es sei eine Zeit, in der man neue Ansätze und Ideen entwickeln müsse. Denn bei der Prognose, wann in seiner Branche wieder die alte Normalität eintritt, endet Kalle Höpers Optimismus: „Im nächsten Jahr erwarte ich, dass noch nichts in der herkömmlichen Form stattfindet. Wenn ich den Zeitpunkt raten müsste, wäre es April 2022.“

Diese Aussage bezieht er auf Großevents wie Schützenfeste und allgemein alle Veranstaltungen, wo es „eine Theke und reichlich Alkohol“ gibt. Höper erklärt: „Ob es überhaupt wieder so wird wie früher, kann ich nicht einmal sagen.“

Daher hat er schon früh in der Krise versucht, andere Wege einzuschlagen. Mit seiner Band Chicken Skin arbeitet er gerade an einem Elton-John-Projekt. „Partymusik ist nicht gefragt, daher wollen wir Ende des Jahres ein neues Programm zusammen mit drei Background-Sängerinnen präsentieren.“ Mit den sonst üblichen Auftritten auf Partys wird das nicht vergleichbar sein. „Die Musik steht im Vordergrund, nicht so sehr die Geselligkeit“, so Höper. Er selbst gibt neuerdings auch Wohnzimmerkonzerte, auf Wunsch – und je nach Platz – begleiten ihn Sängerinnen oder Bandmitglieder. Auch für kleine Weihnachtsfeiern wurde der Alstätter schon gebucht.

Gebucht ist auch die Ahauser Stadthalle am 31. Oktober (Samstag). Dort treten Karl-Heinz Höper und seine Grenzland-Musikanten endlich wieder vor großem Publikum auf. 234 Plätze dürfen an diesem Abend belegt werden.

Für den Alstätter ein großer Schritt in Richtung neuer Normalität: „Wir sind 20 Leute und proben jede Woche. Aber man braucht auch ein Ziel. Daher ist es in meinen Augen auch ein wichtiges Konzert für die Musiker.“

Seit einem Jahr hatten die Grenzland-Musikanten nur zwei Auftritte, einmal beim Düstermühlenmarkt-Ersatz, einmal beim Frühschoppen im Ahauser Schlosspark. Gespielt wird böhmische Musik auf hohem Niveau. Karl-Heinz Höper weiß zwar, „dass zu dieser Art von Musik eigentlich eher Festzeltgarnituren und große Biere passen“, aber man müsse sich nun mal den Gegebenheiten anpassen.

Genau das wünscht er sich auch von den Organisatoren von Großveranstaltungen mit Blick auf 2021. „Man muss nicht alles ausfallen lassen, sondern sich den Herausforderungen stellen. Für Schützenfeste gibt es schon Konzepte unter freiem Himmel mit Sonnensegeln und festgeschraubten Stühlen. Das ist zwar ganz anders als früher, aber irgendwie muss es ja weitergehen.“

Die Grenzland-Musikanten spielen am 31. Oktober (Samstag) um 20 Uhr in der Stadthalle. Der Einlass ist ab 19.30 Uhr. Karten für 16 Euro gibt es bei allen Musikern, per E-Mail (info@original-grenzland-musikanten.de) oder telefonisch,  0170 5701904. Die Karten sind personalisiert und an einen Sitzplatz gebunden.

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