Hannah Krause vom Alstätter Malerbetrieb Witte ist die landesbeste Auszubildende
Drei Frauen führen Ausbildungsjahrgang der Maler- und Lackierer an

Alstätte -

Nur drei Punkte haben Hannah Krause von der Höchstmarke gefehlt. Mit ihren herausragenden 97 Punkten war die Wessumerin aber die Jahrgangsbeste der Maler- und Lackierer-Innung Ahaus. Am Freitag ist die 21-Jährige wie weitere 16 Auszubildende in der Gaststätte Franke offiziell freigesprochen worden.

Montag, 12.10.2020, 18:28 Uhr aktualisiert: 14.10.2020, 18:26 Uhr
Die Auszubildenden der Maler- und Lackierer-Innung Ahaus sind in Alstätte freigesprochen worden. Mit ihnen freuten sich auch die Ehrengäste.
Die Auszubildenden der Maler- und Lackierer-Innung Ahaus sind in Alstätte freigesprochen worden. Mit ihnen freuten sich auch die Ehrengäste. Foto: Rupert Joemann

Hinter Hannah Krause , die beim Alstätter Malerbetrieb Witte gelernt hat, gingen die nächsten beiden Plätze mit Tessa Stienen (Gescher) und Maria von der Aa (Vreden) ebenfalls an zwei junge Frauen. „Frauen sind ein bisschen feinfühliger und arbeiten ein bisschen filigraner“, sagte Obermeister Helmut Witte. Deshalb sei das Ergebnis auch nicht so überraschend. Hannah Krause ist zugleich auch Landesbeste und tritt am 16. und 17. November beim Bundeswettbewerb in Chemnitz an. Die sonst übliche Qualifikation entfiel coronabedingt in diesem Jahr, sodass die Prüfungspunktezahl herangezogen worden ist.

Laut Daniel Janning, Geschäftsführer der Handwerkskammer Borken haben in den vergangenen Jahren immer mehr Frauen den Weg ins Malerhandwerk gesucht. „Viele verbinden das Malerhandwerk mit Baustelle und dem Tragen von schweren Dingen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, macht die Arbeit Spaß. Das ist auch etwas für Frauen“, sagt Hannah Krause. Vor allem die Vielseitigkeit der Arbeit sei interessant. So verlegen die Mitarbeiter zum Beispiel auch Böden, spachteln, bringen Wärmedämmverbundsysteme an oder reißen Tapeten ab. Die ganze Arbeit hinter dem finalen Ergebnis würden die meisten gar nicht sehen.

Hannah Krause hätte den Sprung ins Malerhandwerk fast nicht gewagt. Ein viertägiges Praktikum hätte sie fast abgebrochen. Nach dem dritten Tag stand aber doch fest: „Ja, das will ich machen.“

Demnächst tauscht sie ihr Werkzeug gegen einen Kugelschreiber. Hannah Krause will an der Universität Wuppertal Farbtechnik/Raumgestaltung/Oberflächentechnik studieren. Dazu noch Wirtschaft und Politik. Die 21-Jährige will Berufsschullehrerin werden. „Das habe ich schon beim Bewerbungsgespräch gesagt“, erzählt die Wessumerin.

Sie habe sich ganz bewusst für eine Ausbildung im Handwerk entschieden, um den Schülern nicht nur als Theoretikerin, sondern auch als Praktikerin begegnen zu können. Das Künstlerische lag ihr schon während ihrer Schulzeit. An der Canisiusschule Ahaus belegte sie den Leistungskurs Kunst.

Auch wenn sie ihr Werkzeug aus der Hand legt, den Blick einer Malerin und Lackiererin behält sie. Wenn sie einen Raum betrete, schaue sie zuerst in die Ecken, so Hannah Krause. Dann guckt sie, ob die Sockelleisten und die Decke sauber angeschlossen sind.

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