Alstätter hat stets ein offenes Ohr für die Bürger
Josef Große-Schwiep hört nach sechs Jahren als Ortsvorsteher auf

Alstätte -

Josef Große-Schwiep möchte die vergangenen sechs Jahre als Ortsvorsteher nicht missen. „Ich habe viel gelernt und auch viele Leute kennengelernt“, sagt der scheidende CDU-Ratsherr. Doch da der 61-Jährige nicht wieder für den Stadtrat kandidierte, steht er automatisch auch für eine Wiederwahl als Ortsvorsteher nicht zur Verfügung.

Montag, 02.11.2020, 19:46 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 19:50 Uhr
Zum Abschluss seiner sechsjährigen Tätigkeit als Ortsvorsteher erhielt Josef Große-Schwiep ein Bild
Zum Abschluss seiner sechsjährigen Tätigkeit als Ortsvorsteher erhielt Josef Große-Schwiep ein Bild Foto: Rupert Joemann

Den Auslöser für den freiwilligen Rückzug hat ein Unfall beim Alstätter Osterfeuer gegeben. Josef Große-Schwiep war als Ortsvorsteher beim Anzünden des Feuers in erster Reihe dabei. Die Flammen schlugen jedoch so hoch, dass er sich schwer verletzte. Zweieinhalb Wochen lag der Landwirt im Krankenhaus. Insgesamt war er drei Monate krankgeschrieben. „Danach habe ich die Begeisterung verloren“, sagt Josef Große-Schwiep rückblickend. Die freie Zeit nutzt er mehr für seine Familie und die Enkelkinder.

Schon vor dem tragischen Unfall schlug sich der Alstätter mit gesundheitlichen Problemen herum, wegen der er zuweilen kurzfristig Termine absagen musste. „Die Bürgermeisterin kannte meine Frau besser als mich“, erzählt der sechsfache Familienvater schmunzelnd. Seine Frau habe oft die Geschenke, die der Ortsvorsteher bei Geburtstagen an die Jubilare übergibt, im Rathaus abgeholt, weil er selbst es nicht konnte.

Die Stadt zu repräsentieren, ist eine der Hauptaufgaben eines Ortsvorstehers. „Es sind schon sehr viele Termine“, sagt Josef Große-Schwiep. Oft habe er sich nur schnell von der Arbeit umziehen können, um dann pünktlich seiner Aufgabe nachkommen zu können.

Die Wahl

Aufgrund des Wahlergebnisses bei der Kommunalwahl am 13. September steht auch in dieser Legislaturperiode der CDU der Ortsvorsteher-Posten in Alstätte zu. Mögliche Kandidaten sind Michaela Blickmann, Bernhard Hackfort und Bernd Holters. Der Stadtrat wählt den Ortsvorsteher in seiner konstituierenden Sitzung am morgigen Mittwoch um 19 Uhr in der Stadthalle.

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„Im Grunde genommen hast du keine Privatveranstaltung mehr“, hat der Schwiepinghooker festgestellt. Je später der Abend, desto mehr sei er auf politische Themen angesprochen worden.

Er habe für sich die Konsequenz gezogen, in der Regel zwischen 23 und 24 Uhr nach Hause zu gehen. Selbst beim Kegelabend sei er auf dem Gang zur Toilette angesprochen worden, so der Christdemokrat.

Der persönliche Kontakt sei „immer zweischneidig“. Josef Große-Schwiep sieht es positiv, dass er als Ortsvorsteher direkt von den Problemen der Bürger erfährt. Gar nicht mehr abschalten zu können, sei aber auch nicht sinnvoll. Oft habe es sich bei den Gesprächen um Kleinigkeiten gehandelt. Der Ortsvorsteher versuchte über Ansprechpartner in der Verwaltung, Dinge zügig auf den Weg zu bringen. Ihn selbst ärgert es, dass manches länger dauere als gedacht. Das sei meistens den bürokratischen Bedingungen geschuldet.

An großen Projekten, die in den vergangenen Jahren angestoßen worden sind, nennt er das Baugebiet Winter, die Bebauung der Fläche der ehemaligen Zollhäuser sowie die Aussiedlung des Hofs Wigber. Nur das Schaffen neuer Gewerbeflächen sei noch nicht gelungen.

Josef Große-Schwiep hält die Koppelung von Ratsmandat und Ortsvorsteher für wichtig. „Sonst kriegst du nicht alles mit“, sagt der 61-Jährige. Ohne das nötige Wissen wären dann die Gespräche deutlich schwieriger.

Grundsätzlich, davon ist Josef Große-Schwiep überzeugt, gibt es viele Bürger, die für eine politische Arbeit geeignet seien: „Viele sind jedoch beruflich stark eingebunden.“

Der Alstätter hat sich schon früh in gesellschaftliche Prozesse eingebracht. Es fing in der Landjugend an, in der er unter anderem Vorsitzender auf Bezirksebene war. Später engagierte er sich als Vorsitzender des Schützenvereins Schwiepinghook, in der Raiffeisen-Genossenschaft und der Molkereigenossenschaft.

In die CDU ist Josef Große-Schwiep mit 16  Jahren eingetreten. Das politische Interesse hat er von seinem Vater Bernhard , der 15 Jahre im Ahauser Stadtrat saß. Der 61-Jährige hängt nicht an seinem Posten: „Wenn Jüngere das machen wollen, sollen sie das tun.“

Die Erfahrungen der sechs Jahre als Alstätter Ortsvorsteher kann Josef Große-Schwiep keiner mehr nehmen.

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