Heinrich Schlicht findet immer wieder Müll auf seinen Äckern
Hässlich und gefährlich

Alstätte -

Der Haufen sieht nicht nur hässlich aus, er ist auch gefährlich für Tiere. „Hier wechselt ganz viel Wild“, weiß Heinrich Schlicht, der den Acker gleich neben dem Golfplatz bewirtschaftet.

Mittwoch, 04.11.2020, 19:13 Uhr
Eigentlich kann Glas einfach und kostenlos in den dafür bereitgestellten Containern entsorgt werden. Warum die Unbekannten das in der freien Natur taten, bleibt deren Geheimnis.
Eigentlich kann Glas einfach und kostenlos in den dafür bereitgestellten Containern entsorgt werden. Warum die Unbekannten das in der freien Natur taten, bleibt deren Geheimnis. Foto: Bernd Schäfer

Über die sportlich kurz geschorene Rasenfläche laufen Rehe und andere Vierbeiner nicht so gerne, stattdessen nutzen sie lieber den Ackerrandstreifen. Und genau auf dem liegen seit dem Wochenende Flaschen und Glasscherben. „Das ist mit nichts zu entschuldigen, bei uns im Ort stehen doch überall Glascontainer“, fehlt Schlicht jedes Verständnis für die wilde Müllkippe.

Einer drübergegöbelt

Warum der Verursacher die ehemals meist mit Wodka, Wein und Schnaps gefüllten Flaschen lieber dort entsorgt hat, statt sie Stück für Stück von Hand in einen der Altglascontainer zu werfen, könnte an deren Zustand liegen: „So wie die aussehen, muss da wohl einer drübergegöbelt haben“, zeigt er halb scherzhaft auf den undefinierbaren Schmier auf mancher der Flaschen. Das Ordnungsamt hat er bereits bei früheren Müllfunden kontaktiert. Aber weil der Müll auf einem Privatgrundstück liegt, fühle sich da niemand dafür verantwortlich, ihn abzuholen. Ein Anruf bei der Polizei blieb ebenfalls erfolglos. „Ich könnte höchstens Anzeige gegen Unbekannt erstatten – aber da würde ja auch nichts bei herumkommen. Man findet ja normalerweise keine Hinweise auf die Verursacher.“ Also bleibt es wie immer an ihm hängen, den Glashaufen einzusammeln und ihn sachgerecht zu entsorgen, damit keine Menschen oder Tiere zu Schaden kommen.

Innere Blutungen

Wie gefährlich Müll im Futter sein kann, hat er bereits erfahren müssen: Bei der Grasernte muss eine herumliegende Konservendose übersehen worden sein. Als das geschnittene Gras später an seine Kühe verfüttert wurde, hat eine wohl einen Fetzen Blech erwischt – und verendete qualvoll an inneren Blutungen.

Dass neben Unrat und sogar ganzen Wohnzimmereinrichtungen immer wieder Grünabfälle auf seinen Äckern landen, daran hat Heinrich Schlicht sich fast schon gewöhnt. Auch da ist es fast unmöglich, die Verursacher zu finden. Einmal habe er einen auf frischer Tat erwischt – der habe dann auch reumütig alles wieder eingeladen.

Besonders ärgerlich ist es für ihn, wenn in dem Grünschnitt auch noch Reste von Plastik-Blumentöpfen liegen, die er dann einzeln herausfummeln muss. „Dabei gibt es in Ahaus doch den Wertstoffhof, wo alles kostenlos abgegeben werden kann“, kann Schlicht das Verhalten nicht nachvollziehen.

Beim städtischen Wertstoffhof in der Max-Planck-Straße können Grünabfälle, Sperrmüll, Elektrogeräte, Altmetall, Altpapier und Styropor und Leichtverpackungen kostenlos entsorgt werden.

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