Daten zur häuslichen Quarantäne
Corona: Stadt Ahaus testet digitales Symptom-Tagebuch

Ahaus -

Die Stadt Ahaus erprobt ein neues Instrument, um Personen in häuslicher Quarantäne besser begleiten zu können. Betroffene können ihr Befinden im digitalen Symptom-Tagebuch protokollieren.

Mittwoch, 09.12.2020, 16:58 Uhr
Ein vom Ahauser Software-Unternehmen Tobit entwickeltes digitales Symptom-Tagebuch für Personen in häuslicher Quarantäne testet
Ein vom Ahauser Software-Unternehmen Tobit entwickeltes digitales Symptom-Tagebuch für Personen in häuslicher Quarantäne testet Foto: Stadt Ahaus

Corona macht allen zu schaffen. Auch der Verwaltung der Stadt Ahaus. Die rasant gestiegenen Infektionszahlen der vergangenen Wochen ließen die Arbeit im Fachbereich Sicherheit und Ordnung, der für die Umsetzung von Quarantänemaßnahmen verantwortlich ist, explodieren. Während landauf und landab händeringend personelle Unterstützung angefordert wird, probiert die Stadt einen anderen Lösungsweg: digital.

„Eine der größten Herausforderungen ist die Begleitung der Personen in häuslicher Quarantäne“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Quarantäneanordnungen und -informationen müssen persönlich übergeben werden, zweimal täglich muss der Gesundheitszustand auf Covid-19-typische Symptome abgefragt, protokolliert und an den Kreis übermittelt werden. Das bedeutet: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs müssen täglich unzählige Telefonate führen und Berge an Papier bewältigen.

Mit dem digitalen Symptom-Tagebuch holt sich die Stadt Hilfe von den Menschen selbst. Die können ihren Gesundheitszustand damit selbstständig online übermitteln. Zweimal täglich meldet sich das Ordnungsamt über einen Online-Chat – rein virtuell, denn die Kommunikation wird von einem sogenannten Bot geführt, der wie in einem echten Dialog alle relevanten Informationen abfragt.

Die so erhaltenen Gesundheitsdaten werden digital für das Kreisgesundheitsamt aufbereitet und übermittelt. „Bereits kurz nach dem Start nutzen weit mehr als ein Drittel der Personen, bei denen die häusliche Quarantäne angeordnet wird, diesen neuen Weg“, berichtet Fachbereichsleiter Michael Gerling. „Das entlastet uns ungemein und schafft uns wieder Zeit, uns angemessen um die persönliche Betreuung zu kümmern.“

Seit rund einer Woche ist das digitale Symptom-Tagebuch im Einsatz. Noch läuft nicht alles rund. Auch neue Anforderungen kommen immer wieder hinzu. Dennoch zieht die Stadt bereits jetzt ein positives Fazit. „Ich war mir sicher, dass wir die Lage mit einer digitalen Lösung in den Griff bekommen können, und wir wollten das im Kleinen einfach mal probieren“, so Projektleiter Thomas Spieker. „Mir war aber auch klar, dass es schwierig würde, das System einzuführen – schließlich haben die Kollegen alle Hände voll zu tun und keinen Kopf für Mehrarbeit durch Neues. Aber sie haben sich auf das Experiment eingelassen und direkt erlebt, dass es sie nicht be-, sondern entlastet. Und um das, was noch nicht perfekt läuft, kümmern wir uns sofort.“

Das digitale Symptom-Tagebuch wurde von der Stadt Ahaus in Zusammenarbeit mit der Tobit Laboratories AG entwickelt. Das System ist eine offene Anwendung, die auch von anderen Kommunen eingesetzt werden kann. Die Software wird dazu kostenfrei bereitgestellt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7716133?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F146%2F
Nachrichten-Ticker