Gestaltung des Alstätter Dorfplatzes soll komplett neu aufgerollt werden
Ein sehr emotionales Thema

Alstätte -

Die Stadt Ahaus wird einen Wettbewerb für die Neugestaltung des Dorfplatzes in Alstätte vorbereiten. Außerdem wird der Arbeitskreis um die Eigentümer und Erbbauberechtigten im künftigen Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans ergänzt.

Freitag, 18.12.2020, 17:55 Uhr aktualisiert: 18.12.2020, 19:01 Uhr
Diese Fläche im Alstätter Dorfkern scheidet die Gemüter: Die einen wollen sie gerne bebauen, andere würden dort lieber einen Veranstaltungsplatz sehen.
Diese Fläche im Alstätter Dorfkern scheidet die Gemüter: Die einen wollen sie gerne bebauen, andere würden dort lieber einen Veranstaltungsplatz sehen. Foto: Stadt Ahaus

Dem hat der Rat in seiner letzten Sitzung des Jahres 2020 zugestimmt.

Beigeordneter Thomas Hammwöhner stellte bei dieser Gelegenheit eines klar: „Die zwei Varianten, die im Raum stehen, werden so nicht umgesetzt. Es ging dabei lediglich darum, die Grundstrukturen zu erarbeiten.“ Die Details seien noch lange nicht festgelegt und beide seien so wie sie da stehen aus verschiedensten Gründen nicht umsetzbar.

Eines zumindest haben die zwei Beispiel-Varianten in Zusammenhang mit der Verträglichkeitsstudie gezeigt. „Eine Neuordnung des Dorfplatzes unter Berücksichtigung der Erweiterungsabsichten der ansässigen Marktbetreiber ist nur im Rahmen eines zentralen Versorgungsbereichs zulässig“, heißt es in der Vorlage der Stadt. Wenn also wie geplant Aldi und Edeka auf dem Dorfplatz größere Märkte bauen wollen, muss die Stadt einen zentralen Versorgungsbereich in Alstätte ausweisen.

Transparenter Prozess

Doch genau damit haben viele Alstätter ein Problem. Sie wollen ihren Dorfplatz als Platz für Veranstaltungen behalten. Sie machen sich Sorgen, dass das Grün aus dem Dorf verschwindet und dass eine Parkplatznot entsteht. „Ganz klar: Kein Plan kann umgesetzt werden, wenn er von den Bewohnern vor Ort nicht akzeptiert wird“, sagt Thomas Hammwöhner. „Wir wollen in einem transparenten Prozess eine Lösung finden, die die Nahversorgung in Alstätte zukünftig sichert und bei der Bevölkerung mehrheitlich auf Verständnis und Akzeptanz stößt.“ Die unterschiedlichen Vorstellungen von Stadt und Bürgern sorgt nun schon seit vier Jahren für Stillstand in Sachen Dorfplatz. „Wir müssen nun einen wirklichen Neustart schaffen und das Verfahren neu aufrollen“, sagte Thomas Vortkamp (CDU). Von den zwei Varianten, die nur Verwirrung gestiftet hätten, solle man sich endgültig verabschieden. Dem stimmte Thomas Hammwöhner grundsätzlich zu, ergänzte aber: „Wir starten nicht von Null.“

Neue Perspektive

Zeitnah soll es nun endlich weitergehen. Gemeinsam mit einem Arbeitskreis, der nun um Eigentümer und Erbbauberechtigte ergänzt wird, soll eine Perspektive für den Dorfplatz entwickelt werden. Mit einer frühzeitigen Beteiligung aller Interessensgruppen könne man vorab einen größtmöglichen Konsens finden und dann in die weiteren Planungen einsteigen, so der Beigeordnete. Der Arbeitskreis wird im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit der Verwaltung die Aufgabenstellung für einen Wettbewerb erarbeiten.

„Der Dorfplatz ist ein sehr emotionales Thema. Wir wollen nun mit sachlichen und rechtlichen Grundlagen zeitnah eine Art Neustart schaffen. Mir ist ein Anliegen, dass wir offen und klar über Planungsmöglichkeiten informieren und diskutieren“, so Hammwöhner. Der neue Arbeitskreis wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 tagen, Anfang 2022 könnte dann das Ergebnis eines Wettbewerbs feststehen.

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