Denise Terhaar schreibt über tiergestützte Arbeit bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen
Erfahrungen ins Buch gepackt

Alstätte -

Denise Terhaar aus Alstätte und ihr siebenjähriger Schäferhund-Kuvasz-Mischling Mila sind ein Team. Ein zertifiziertes sogar. Mit ihrem Therapiehund arbeitet die 24-Jährige normalerweise mit Menschen mit geistiger Behinderung oder Demenz.

Sonntag, 21.02.2021, 17:31 Uhr
Denise Terhaar (24) mit ihren beiden Hunden Mila (7, l.) und Yari (1,5). Die Alstätterin hat ein Buch veröffentlicht, in dem sie die Begegnung zwischen Therapiehund und Klienten in den Mittelpunkt rückt.
Denise Terhaar (24) mit ihren beiden Hunden Mila (7, l.) und Yari (1,5). Die Alstätterin hat ein Buch veröffentlicht, in dem sie die Begegnung zwischen Therapiehund und Klienten in den Mittelpunkt rückt. Foto: privat

Dafür hat die Heilerziehungspflegerin gemeinsam mit dem Hund eine eineinhalbjährige Ausbildung absolviert. Daran schloss sich eine Weiterbildung zur Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik an.

Ihre Erfahrungen hat sie jetzt in dem Buch „Tiergestützte Impulsbegegnungen: Tiergestützte Arbeit bei Menschen mit demenziellen Erkrankungen“ zusammengefasst. „Auch weil ich dazu bisher selbst nie Literatur gefunden habe“, erklärt sie.

Es gebe zwei oder drei Bücher zu dem Thema – die würden sich jedoch sehr auf Methodik stützen. Ihr geht es aber darum, die Begegnung zwischen Hund und Mensch in den Mittelpunkt zu rücken. „Die erste Begegnung reicht oft schon aus, um Kontakt zu einem Menschen mit Demenz zu schaffen“, sagt sie. Ganz ohne weitere Methodik oder weitere Hilfsmittel.

Schon viele tolle Gespräche

Viele hätten früher selbst Hunde gehabt und würden sich erinnern. Dazu komme der visuelle Reiz durch den Hund oder das Gefühl, wenn man durch das Fell streichle und die Wärme des Tieres spüre. „Dadurch kommen wir ins Gespräch“, sagt sie. Schon viele tolle Gespräche habe sie so geführt – wenn es die Demenz denn zulasse. Menschen mit Demenz wirkten ja oft in sich selbst versunken. Mit dem Hund reagierten sie plötzlich wieder auf Reize oder würden den Blickkontakt suchen. „Das ist dann schon ein toller Erfolg“, sagt sie.

In ihrem Buch betrachte sie diese hundegestützten Interventionen bei Menschen mit Demenz: vor allem die ersten Sekunden dieser Mensch-Tier-Begegnung und damit verbunden neue Chancen und Möglichkeiten im Bereich der tiergestützten Arbeit. Damit richte sie sich sowohl an Menschen, die mit Tieren in der Therapie arbeiten, als auch an Einrichtungen.

Einrichtungen sehr zurückhaltend

Die Idee zu dem Buch hatte sie schon länger mit sich herumgetragen. „Aber nur wegen des Lockdowns hatte ich überhaupt die Zeit, es zu schreiben“, sagt sie.

Momentan arbeitet sie noch angestellt als Heilerziehungspflegerin. Ihre eigenen Praxisräume in Alstätte hat sie allerdings bereits im Mai 2020 gekündigt. Weil niemand in die Praxis kam. Auch Besuche mit dem Therapiehund in Einrichtungen gibt es im Moment nicht. „Man könnte das unter extremen Bedingungen möglich machen“, sagt sie.

Doch sowohl Bewohner als auch die Einrichtungen selbst seien da sehr zurückhaltend. „Deswegen ist es für mich im Moment nicht möglich, selbstständig zu arbeiten“, sagt sie.

Auch wenn sie jetzt eine erste positive Resonanz auf ihr Buch bekommen habe, eine Karriere als Autorin strebe sie dennoch nicht an. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder normal arbeiten zu können: „Ich möchte meine Klienten wiedersehen“, erklärt sie.

 

 

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