Eltern erhalten auf dem Friedhof einen Ort zum Trauern
Letzte Ruhestätte für Sternenkinder

Alstätte -

Die Vorfreude war groß, doch das Kind ist früh gestorben. Was den Eltern bleibt, ist ein tiefer Schmerz. Jetzt richtet die Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt auf dem Friedhof eine Sternenkinder-Gedenkstätte ein.

Freitag, 19.03.2021, 19:42 Uhr aktualisiert: 19.03.2021, 19:50 Uhr
Eine Skizze zeigt, wie die Sternenkinder-Gedenkstätte auf dem Alstätter Friedhof aussehen soll. Pastor Heinrich Hagedorn (l.) und Küster Matthias Dornbusch freuen sich über neue Bestattungsform.
Eine Skizze zeigt, wie die Sternenkinder-Gedenkstätte auf dem Alstätter Friedhof aussehen soll. Pastor Heinrich Hagedorn (l.) und Küster Matthias Dornbusch freuen sich über neue Bestattungsform. Foto: Rupert Joemann

„Viele Betroffene suchen Orte, wo sie mit ihren Gefühlen hingehen können“, weiß Pastor Heinrich Hagedorn. Eine solche Stätte wird es künftig auch in Alstätte geben.

Noch deuten nur Holzelemente an, wie die kreisförmige Gedenkstätte aussehen wird. Doch die ersten beiden Sternenkinder, Zwillinge, haben in einem kleinen Sarg bereits ihre letzte Ruhestätte gefunden. Bisher konnten die Sternenkinder nur entweder in bestehenden Familiengräbern oder bei Sammelbestattungen in Ahaus beerdigt werden.

Flügel ziert das Denkmal

In den äußeren Kreis sind zwei Sitzbänke integriert, genau wie das Denkmal aus Ibbenbürener Sandstein. „Der ist feinporig und warm“, begründet Küster Matthias Dornbusch die Auswahl. Der glatt polierte Stein fühle sich angenehm an, ideal, um ihn in Gedenken an das Kind zu streicheln.

Die Denkmalfigur, die der Everswinkeler Bildhauer Stefan Lutterbeck entworfen hat, ziert ein Flügel. „Damit haben wir das Engelsflügel-Motiv der Aussegnungshalle übernommen“, sagt Hagedorn.

In der Mitte befindet sich ein Kreis mit einem Durchmesser von zwei Metern. Dort werden die Sternenkinder beigesetzt. Die Beerdigungsfläche wird mit Steinen abgegrenzt. „Die können von den Eltern so graviert werden, wie sie das wollen“, sagt Matthias Dornbusch.

Zwischen Beerdigungsfläche und Sitzgelegenheiten wird Splitt verarbeitet. „Dadurch soll ein zweiter Steinkreis möglich sein“, erklärt Heinrich Hagedorn.

Ruhigste Stelle

Die Fläche liegt gegenüber den Kriegsgräbern. „Das ist die eigentlich ruhigste Stelle. Da sind die Trauernden nicht so auf dem Präsentierteller“, begründet Küster Dornbusch die Platzwahl.

Am morgigen Sonntag stellt Bildhauer Lutterbeck per Live-Stream das Projekt während der Messe vor. Das Video ist ab dem Nachmittag auf der Internetplattform Youtube zu sehen.

Wer für das 15 000-Euro-Projekt spenden möchte, kann entweder den Opferstock in der Kirche nutzen, das Geld im Pfarrheim abgeben oder auf das Konto der Zentralrendantur Ahaus (DE05 4006 0265 0003 9933 00, DKM Münster) mit dem Verwendungszweck „130-Sternenkinderdenkmal Alstätte“ überweisen.

 

Sternenkinder

Als Sternenkinder werden verstorbene Kinder bezeichnet, die vor, während oder direkt nach der Geburt verstorben sind. Zum Teil werden auch die Begriffe Engelskinder oder Schmetterlingskinder verwendet.

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