Ahauser Stadtarchiv nimmt Aktie der Ahaus-Enscheder Eisenbahn in den Bestand auf
Überbleibsel aus Eisenbahntagen

Ahaus -

Das Stadtarchiv der Stadt Ahaus konnte in den vergangenen Wochen einige neue „Schmuckstücke“ in seine Bestände aufnehmen. Hierunter befindet sich beispielsweise eine Aktie der heute nahezu gänzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwundenen Ahaus-Enscheder Eisenbahn, kurz AEE.

Freitag, 09.04.2021, 18:40 Uhr
Die Aktie vom Dezember 1988 zeigt die ehemalige Bedeutung der der Bahnstrecke zwischen Ahaus und Enschede. Stadtarchivar Max Pfeiffer (r.) hat im Rathaus viele Akten entsorgt.
Die Aktie vom Dezember 1988 zeigt die ehemalige Bedeutung der der Bahnstrecke zwischen Ahaus und Enschede. Stadtarchivar Max Pfeiffer (r.) hat im Rathaus viele Akten entsorgt. Foto: Stadt Ahaus

Die Ahaus-Enscheder Eisenbahngesellschaft wurde 1898 gegründet und betreute einen 20,6 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Ahaus und Enschede mit den Bahnhöfen Ahaus, Alstätte, Broekheurne und Enschede Süd. Der auf niederländischem Gebiet liegende, sieben Kilometer lange Teilabschnitt der Strecke wurde bereits 1928 verstaatlicht. Somit verblieb der Gesellschaft ein 13 Kilometer langer Abschnitt von Ahaus bis zur Grenze, der Bahnhof Alstätte wurde zum Betriebsmittelpunkt.

Zuletzt nur noch der Pengel-Anton

1966 stellte man den Personenverkehr auf der Strecke komplett ein. Daraufhin verkaufte die Gesellschaft ihre eigene Diesellok 1967 und übergab die Betriebsführung an die Bentheimer Eisenbahn.

Im Jahr 1988, aus dem auch die Aktie datiert, wurde die AEE auf eigenen Wunsch von der Betriebspflicht auf der Stecke entbunden, 1989 übernahm die Ahaus-Alstätter Eisenbahn GmbH alle Rechte und Pflichten. Allerdings nur kurz, ab 1991 fuhr dort nur noch der Museumszug Pengel-Anton des Euregio Eisenbahn Ahaus-Alstätte e.V., dessen Betrieb 2006 eingestellt wurde.

Die AEE wurde 1994 verkauft und in AEE Lebensmittel AG umbenannt. Der Geschäftszweck änderte sich hin zur Vermögensverwaltung in einer Holding im Bereich der Süßwarenindustrie, Verarbeitung von Lebensmitteln und Vermarktung von Frischfisch. 1998 wurde deren Sitz nach Bonn verlegt und 2000 von dort nach Karlsruhe. 2001 erfolgte die Umfirmierung in AEE AG.

Ein weiterer Zugang im Archiv ist eine Festschrift anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Spar- und Darlehnskasse Wessum im Jahr 1966. Die Festschrift gibt neben der Geschichte des Geldinstituts selbst auch Einblicke in die Geschichte der ehemaligen Gemeinde Wessum (damals bestehend aus Wessum und Graes).

Ottensteiner Kupferstich

Ferner konnte das Stadtarchiv eine Nachbildung eines Kupferstichs Ottensteins, ebenfalls auf einer Kupferplatte, erwerben. Es handelt sich um die Abbildung des „Fürstlich Braunschweig Lüneburgischen Ambthauß Ottenstein“ von Conrad Buno aus dem 17. Jahrhundert.

Vom Amateurfilmclub Ahaus konnte das Stadtarchiv einen Film über die Nachtwächterführungen in der Stadt erhalten. Dieser und auch bisherige Filme wurden dem Stadtarchiv auch als originäre Digitalisate überlassen, besonders auch vor dem Hintergrund des bevorstehenden Projekts der Einrichtung eines elektronischen Langzeitarchivs für die Stadt Ahaus, das der Stadtarchivar Max Pfeiffer anstrebt.

Ein weiterer Höhepunkt der vergangenen Wochen war die große Aufräumaktion in den Altregistraturen der Stadtverwaltung. Hier staunten Max Pfeiffer und Kollegin Christa Neite nicht schlecht, als sie nach einiger Vorsortierung am Ende ganze drei Container voller Altakten zusammenbrachten, deren Aufbewahrungsfristen abgelaufen und die nicht archivwürdig waren.

Diese Aktion brachte auf jeden Fall wieder einiges an Platz im Rathauskeller ein. „Nur unter großer Mithilfe der Kolleginnen und Kollegen konnten wir die Aussonderung der Altakten angehen“, freute sich Max Pfeiffer.

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