86-Jähriger war 20 Jahre lang Landschaftswart in Alstätte
Adolf Busch hat die Natur im Auge

Alstätte -

Kaum ein Zweiter kennt sich in der Alstätter Landschaft so gut aus wie Adolf Busch. 20 Jahre lang war er als Landschaftswart ehrenamtlich für den Kreis Borken tätig. Ende März hat der 86-Jährige dieses Amt aus Altersgründen abgegeben.

Sonntag, 25.04.2021, 17:08 Uhr
Der Alstätter Adolf Busch hat 20 Jahre lang unter anderem darauf aufgepasst, dass es keine illegalen Abfallablagerungen und Gehölzbeseitigungen gegeben hat.
Der Alstätter Adolf Busch hat 20 Jahre lang unter anderem darauf aufgepasst, dass es keine illegalen Abfallablagerungen und Gehölzbeseitigungen gegeben hat. Foto: Rupert Joemann

Wenn es das Wetter zuließ, fuhr und fährt der gelernte Schreiner rund 15 bis 18 Kilometer täglich mit dem Fahrrad durch Alstätte, mal rechts herum, mal links herum. Adolf Busch kennt jeden Wirtschaftsweg, jeden Acker und jedes Waldstück.

Eigentlich, so Adolf Busch, habe es in all den Jahren „nie große Diskussionen“ gegeben. Seine Hauptaufgabe: Durch Beraten und Aufklären darauf hinwirken, dass Schäden von Natur und Landschaft abgewendet werden. Zudem sollte Busch den Kreis Borken bei illegalen Abfallablagerungen und Gehölzbeseitigungen informieren.

Doch im Gegensatz zu einigen anderen Orten war es in Alstätte überwiegend ruhig. „Wilde Müllkippen sind in den vergangenen Jahren auch nicht mehr geworden“, sagt der vierfache Familienvater. Das sei in anderen Orten auch anders. Adolf Busch freut sich darüber, dass die Alstätter in den allermeisten Fällen ihren Müll zum Wertstoffhof bringen. Hin und wieder hat der 86-Jährige, der 30 Jahre lang als Schwimmmeister für das Alstätter Freibad verantwortlich war, das Gefühl, dass Niederländer schon einmal die Nähe nutzten, ihren Unrat illegal zu entsorgen. Aber letztlich halte sich das alles in Grenzen.

Kleinigkeiten schaffte er manchmal mit seinem eigenen Wagen weg. Ansonsten rief er den Bauhof oder das Ordnungsamt. Formal, so Adolf Busch, müsse der Grundstückseigentümer dafür Sorge tragen, den Müll zu beseitigen.

„Dieses Jahr habe ich noch nichts gehört“, freut sich der ausgeschiedene Landschaftswart. Alstätte sei ein insgesamt ruhiger Bereich.

Die meisten Diskussionen hat der gebürtige Alstätter mit Hundebesitzern geführt, die ihre Tiere nicht angeleint hatten. „Ich rede dann sachlich mit den Leuten.“ Im Regelfall würden sie ihren Fehler einsehen.

Gleich drei Anläufe benötigte Adolf Busch aber bei einem Landwirt, der auf seinem Hof Möbel verbrannte. Erst als der Landschaftswart drohte, es beim nächsten Mal zu melden, war Schluss damit.

Auch habe er erlebt, dass ein Landwirt seinen Acker so nah am Weg gepflückt habe, „dass der Schotter auf dem Acker landete“.

Noch Potenzial sieht Adolf Busch bei den Alstätter Landwirten, wenn es um das Thema Blühstreifen geht. „Da hinkt Alstätte im Vergleich zu anderen Orten noch hinterher“, findet der 86-Jährige.

Busch ärgert sich auch darüber, dass einige Landwirte die Blühstreifen umpflügen. Dadurch werden Überwinterungsmöglichkeiten für Tiere vernichtet.

Über all die Jahre hat ihm die Arbeit viel Spaß gemacht. „Ich habe noch nie Langeweile gehabt“, sagt der Alstätter, der noch mit 60 Jahren bei den Altherren des VfB Alstätte kickte.

Mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Landschaftswart hat er angefangen, als er gerade in Rente gegangen war. Sein Amtsvorgänger Ferdinand Wolfering hatte ihn direkt angesprochen. Adolf Busch sagte zu und hat das nie bereut.

Vor zwei Jahren noch baute der ehemalige Schreiner sechs Steinkauzröhren, die er mit seinem Sohn Jürgen in einem Steiger als Nisthilfen in den Bäumen in vier bis fünf Metern Höhe anbrachte.

Eigentlich wollte der Alstätter Nisthilfen für Störche bauen und sie im Weißen Veen aufstellen. Das habe jedoch die Biologische Station Zwillbrock nicht gewollt, weil die Störche dann im Nahrungskonflikt mit Bodenbrütern gestanden hätten.

„Im Mai oder Juni schauen wir mal, ob was drin war.“ Auch wenn Adolf Busch sein Amt aufgegeben hat, die Natur liegt ihm weiter am Herzen. Und so lange es geht, wird er auch weiter mit dem Fahrrad durch sein Revier fahren.

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