aktuelles forum VHS legt Jahresbericht 2020 vor
Stresstest für die Volkshochschule

Schöppingen/Alstätte/Nienborg -

„Im Rückblick entscheide ich mich ganz klar für die Perspektive, dass das Glas halb voll ist“, sagt VHS-Direktor Dr. Nikolaus Schneider im Vorwort zum Geschäftsbericht für das vergangene Jahr.

Montag, 03.05.2021, 18:54 Uhr aktualisiert: 03.05.2021, 19:00 Uhr
Die sich ständig verändernden Corona-Schutzregelungen machten es Dr. Nikolaus Schneider und seinem Team im vergangenen Jahr nicht leicht, den VHS-Betrieb am Laufen zu halten.
Die sich ständig verändernden Corona-Schutzregelungen machten es Dr. Nikolaus Schneider und seinem Team im vergangenen Jahr nicht leicht, den VHS-Betrieb am Laufen zu halten. Foto: Stadt Ahaus

Das war für die Bildungseinrichtung, die in Ahaus, Heek, Schöppingen, Legden Stadtlohn und Südlohn tätig ist, schließlich kein einfaches: Die Corona-Schutzmaßnahmen haben Präsenzveranstaltungen bis auf wenige Ausnahmen unmöglich gemacht – rund 50 Kurse und Veranstaltungen konnten während der kurzen Lockerungszeit Mitte vergangenen Jahres im Rahmen der „Sommerakademie“ stattfinden.

Trotzdem waren es dann doch noch 826 Kurse und Veranstaltungen mit 17 732 Unterrichtsstunden, die die Kursleiter durchführten – in der Regel online. Das waren zwar deutlich weniger, als die geplanten 1223 Kurse, aber auch kein totaler Einbruch. Zurückgegangen ist dementsprechend auch die Zahl der Teilnehmer an den VHS-Angeboten: Von knapp über 8000 im Jahr 2019 auf 6600 im vergangenen Jahr.

„Sie haben nicht nur selbst viel gelernt, sondern auch bei ihren Teilnehmenden Überzeugungsarbeit geleistet, die Kurse online weiter zu besuchen“, lobt Schneider das Engagement der über 500 Dozenten und Dozentinnen. Auf die einzelnen Orte verteilen sich die Unterrichtsstunden wie folgt: Ahaus (2020: 6511 / 2019: 4297), Heek (669/429), Schöppingen (692/299).

Kommunen müssen mehr zahlen

Wohl auch durch den Wegfall anderer Angebote ist der Anteil der gelaufenen Integrations- und Deutschkurse deutlich angewachsen. Machte er 2019 noch 43 Prozent aller Kursangebote aus, waren es 2020 gut 52 Prozent.

Unterm Strich müssen sich die beteiligten Kommunen darauf einstellen, für das vergangene und das laufende Jahr tiefer in die Tasche zu greifen – weniger Teilnehmer bedeutet auch weniger Einnahmen aus Teilnehmerentgelten und Zuschüssen. Zwar werden die Ausgaben in diesem Jahr gegenüber 2020 um rund 130 000 Euro sinken, dennoch müssen die Gemeinden noch einmal rund 100 000 Euro drauflegen (auf dann 694 000 Euro), nachdem der Betrag von 2019 zu 2020 schon einmal um 93 000 Euro auf 596 000 erhöht worden war.

Wichtiges Signal

Diese Steigerung sei ganz bewusst in Kauf genommen worden, sagt VHS-Direktor Schneider. „Der VHS-Ausschuss und seinem Votum folgend die Zweckverbandsgemeinden haben sich bereits im Mai 2020 dazu entschlossen, auch kleine Lerngruppen zu ermöglichen, ohne die Kursentgelte anzuheben. Diese kommunale Unterstützung ist ein wichtiges Signal, dass auch in Krisenzeiten Weiterbildungsangebote für alle Interessierten zugänglich bleiben.“

Herausragende Veranstaltungen waren für das aktuelle forum VHS der Abend mit Christiane Westermann im Fürstensaal des Schlosses, an dem die Journalistin und Moderatorin ihre Sommer-Buchtipps vorstellte. Oder das Schlossgespräch mit Heribert Prantl, der die Geschäftemacherei mit Krankenhäusern kritisierte.

„Die Corona-Pandemie ist noch nicht ausgestanden, aber wir wissen nach dem Stresstest genau, dass die Volkshochschule anpassungsfähig und krisensicher ist“, schließt Dr. Nikolaus Schneider sein Vorwort zum Jahresbericht mit viel Zuversicht.

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