Anklage gegen Borkener wegen versuchten Mordes
Stalker aus Borken wegen versuchten Mordes angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen den 51-jährigen Michael E. aus Borken wegen versuchten Mordes, versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Nachstellung in mehreren Einzelfällen beim Schwurgericht des Landgerichts Münster erhoben. 

Donnerstag, 16.04.2015, 14:04 Uhr

Anklage gegen Borkener wegen versuchten Mordes : Stalker aus Borken wegen versuchten Mordes angeklagt
Foto: dpa

Michael E. wird vorgeworfen, im Tatzeitraum von Anfang Juni 2014 bis Ende November 2014 in einer Reihe von Einzelfällen seiner Nachbarin nachgestellt und dadurch ihr Leben erschwert zu haben. So soll der Angeschuldigte unter anderem mehrfach das Hofgelände der Geschädigten in Borken-Borkenwirthe ohne deren Wissen betreten und Dinge umgestellt haben, so dass die Geschädigte bemerken musste, dass jemand unbefugt ihren Hof betreten und auf diesem Veränderungen vorgenommen hatte. Weiterhin soll der Angeschuldigte die Geschädigte angerufen haben und - wenn diese den Anruf annahm – einfach aufgelegt haben. In einem Fall soll der Borkener seiner Nachbarin einen Brief mit drei verpackten Kondomen in den Briefkasten der Hofzufahrt gelegt haben.
 
Diese Nachstellungen sollen ihren Höhepunkt in einem Mordversuch in der Nacht vom 30.11. zum 01.12.2014 gefunden haben. Michael E. soll sich in die Doppelgarage der Geschädigten geschlichen, das Ventil einer dort abgestellten, mit nahezu 11 kg gefüllten Butan/Propangasflasche geöffnet und sodann das Garagentor zugezogen zu haben. Dabei soll er billigend in Kauf genommen haben, dass sich im Laufe der Nacht ein explosionsfähiges Gas-Luft-Gemisch bilden würde, was bei Betreten der Garage z. B. mit einer Zigarette oder einer Funkenbildung durch Betätigung des Lichtschalters zu einer Explosion hätte führen können. Dies hätte die eintretende Person töten können, was der Angeschuldigte ebenfalls billigend in Kauf genommen haben soll.
 
Das Garagentor wurde am Morgen des 01.12.2014 von der Haushälterin der Geschädigten geöffnet, ohne dass es zu einer Explosion gekommen wäre.
Laut Sachverständigengutachten war jedoch inzwischen tatsächlich ein explosionsfähiges Gas-Luft-Gemisch entstanden, das bei einem entsprechenden Zündfunken zur Explosion und damit zum Tod der eintretenden Person hätte führen können. Zum Glück hatte die Haushälterin bei Öffnen der Garage weder eine brennende Zigarette mitgeführt noch in sonstiger Weise eine Zündung verursacht.
 
Michael E. hat das äußere Tatgeschehen eingeräumt, gibt aber weiter an, sich über mögliche Folgen der Öffnung des Ventils der Gasflasche keine Gedanken gemacht zu haben.
 
Grund für seine Handlungen soll sein, dass die Geschädigte Annäherungsversuche des Angeschuldigten zurückgewiesen hatte.
 
Michael E. befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

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