Gronau
„Sprache ist der Schlüssel zur Integration“

Mittwoch, 07.11.2007, 08:11 Uhr

-mfk- Gronau . Yuxiang war in China auf einem gehobenem Gymnasium. „Er würde auch hier gerne auf ein Gymnasium gehen“, sagt Birgit Blass von der Beratungsstelle für Ausländer und Aussiedler der Anne-Frank-Schule. Das aber gehe nicht – weil dort in der Regel keine Deutsch-Sprachkurse angeboten werden. Entsprechende Personalstellen seien knapp und meist für Grund- und Hauptschulen vorgesehen. „Die Schulen würden gerne mehr anbieten“, sagt Blass, „aber die Ressourcen reichen nicht.“ Umso erfreuter sind sie und ihr Kollege Ulrich Fuhrmann , dass mit der AWO West-Münsterland ein Träger gefunden wurde, der ein neues Sprachangebot möglich macht: Deutsch für Migranten im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren. Yuxiang ist einer von derzeit zehn Jugendlichen, die daran teilnehmen.

„Wir bekommen immer wieder Anrufe von Eltern, deren Kinder gerne mehr Deutsch lernen möchten“, erklärt Ulrich Fuhrmann die Intention der Zusammenarbeit mit der AWO. Fuhrmann weiß: „Der Bedarf ist da“ – auch jenseits des schulischen Sprachförderunterrichts.

Denn das ist neu an dem Angebot: Es findet auf rein freiwilliger Basis, außerhalb des Schulunterrichts und schulübergreifend statt. Hauptschüler sind ebenso dabei wie Realschüler und Gymnasiasten. Unterschiedlich ist auch deren Muttersprache – von Niederländisch über Türkisch, Kurdisch und Russisch bis zu Chinesisch und Urdu reicht die Bandbreite.

Gemeinsam ist den Teilnehmern, dass sie Deutsch lernen wollen – und dafür dienstags und donnerstags jeweils eineinhalb Stunden am frühen Nachmittag investieren, in denen Deutschlehrerin Petra Brozinski sie gezielt unterrichtet. Ein Limit haben sich die Kooperationspartner dafür nicht gesetzt: „Der Kursus ist für die Schüler beendet, wenn sie das Gefühl haben, dass sie die Förderung nicht mehr brauchen“, erklärt Carmen Wessels vom AWO-Jugendmigrationsdienst für den Kreis Borken. Sie weiß: „Sprache ist der Schlüssel zur Integration.“

Weitere Informationen zur Sprachförderung erteilt die Beratungsstelle für Ausländer und Aussiedler der Anne-Frank-Schule unter 0 25 62 / 8 16 88 22.

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