Gronau
Banken rüsten gegen Betrüger auf

Samstag, 08.11.2008, 11:11 Uhr

Gronau . Nicht nur bei den Banken selbst versuchen Betrüger an Kundendaten zu gelangen. Auch das Internet hat sich zum beliebten Instrument entwickelt – mittels Phishing . Anders als beim Skimming kommt das auch bei Gronauer Kunden immer wieder vor. „Phishing-Fälle haben wir gehabt“, sagt zum Beispiel Volksbank-Vorstandssprecher Wilfried Schlimm.

In der Regel läuft auch der Geld-Klau beim Phishing übers Internet ab: via Online-Überweisung mittels gestohlener PIN- und TAN-Nummer. So habe sein Institut die Überweisung auch in den meisten Fällen – wenn die Opfer den Betrug rechtzeitig bemerken – rückgängig machen können, erklärt Schlimm. „Sonst haben wir den Verlust erstattet.“

Fast alle Phishing-Fälle seien auf den Einsatz von (gestohlenen) TAN-Bögen zurückzuführen, erklärt Volksbank-Vorstandssprecher. Eine Schwachstelle, die seine Bank – wie manch andere auch – mittlerweile behoben hat: Mitte des Jahres hat die Volksbank Gronau-Ahaus das normale TAN-Verfahren abgeschaltet. Aber sogar das weiterentwickelte Verfahren „Smart-TAN“, bei dem über die Bankkarte und ein kleines Gerät – den „TAN-Generator“ – erst zu Hause Transaktionsnummern kreiert werden, sei 2007 in einem Fall geknackt worden, berichtet Schlimm. Die Volksbank reagierte, indem sie zunächst den Höchstbetrag für diese Art der Überweisung auf 1000 Euro begrenzte. Im Frühjahr soll auch das „Smart-TAN“-Verfahren ganz abgeschaltet werden.

Denn neue, sicherere Systeme sind bereits erhältlich: „Smart-TAN-plus“ zum Beispiel als weiterentwickeltes Zwei-Schritt-Verfahren, das „HBCI“-System (Homebanking Computer Interface) mit eigener Banking-Software, Chipkarte und Kartenlesegerät oder auch das „Mobile TAN“-Verfahren, bei dem die TAN für jede Onlinebanking-Transaktion per SMS an eine vorher festgelegte Handynummer gesendet wird.

Auch andere Banken bieten das „HBCI“-System, ein deutscher Standard fürs Onlinebanking, an und/oder haben eigene Verfahren entwickelt. So wird die Sparkasse zum Beispiel das bisherige „iTAN“-Verfahren, bei dem bei einer Online-Überweisung statt einer beliebigen eine ganz bestimmte TAN-Nummer aus der Liste abgefragt wird, ab Februar durch ein Chip-TAN-System ergänzen, kündigte Holger Kiefer vom Medialen Vertrieb der Gronauer Sparkasse an. Auch dabei wird erst zu Hause die Transaktionsnummer generiert. Seit Kurzem gebe es zudem ein Verfahren mit einer digitalen Signatur, die „wie eine digitale Unterschrift“ funktioniere. Das soll auch im Kontakt mit Behörden eingesetzt werden, weiß Kiefer, kann aber eben auch fürs Online-Banking genutzt werden. Wegen der Hardware sei dieses System zwar teurer, „aber wirklich eine sichere Sache“.

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