Gronau
Die Exotik des Pumpernickels

Donnerstag, 30.07.2009, 09:07 Uhr

Gronau-Epe - Speisen wie Matjes oder Pumpernickel sind im westfälischen Alltag eine schmackhafte Selbstverständlichkeit. Für ungarische Praktikanten im Hotel- und Gaststättengewerbe sind sie dagegen echte Exoten und stellen - schon sprachlich - eine Herausforderung dar.

Über solche und ähnliche Erfahrungen schmunzelten am Dienstagabend einmütig deutsche und ungarische Gäste im Hotel Verst. Dort feierten sie auf Einladung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes ( DEHOGA ) Westfalen und der Hotelfachschule Eötvös József Schulstiftung (Békéscsaba/Ungarn) das zehnjährige Jubiläum eines Schüleraustauschprogramms.

Die Idee zu dem Programm, das Schülern der ungarischen Hotelfachschule ein dreimonatiges Praktikum in den Kreisen Borken und Coesfeld ermöglicht, entstand 1998. Damals, so schilderte es der Gastgeber und Kreisvorsitzende des DEHOGA-Kreisverbands Ahaus, Bernhard Verst , besuchte eine Delegation der Partnerstadt Mezöberény Gronau . Treibende Kräfte seien seinerzeit Kulturamtsmitarbeiter Otto Lohle und seine ungarische Frau Martha sowie Katalin Vereckei, eine Lehrerin der Hotelfachschule, gewesen.

Doch ehe die ersten Schüler am 1. Juli 1999 in Gronau, Epe und Schöppingen ihre Praktika antreten konnten, mussten einige bürokratische Hürden genommen werden, so Verst. Der Eper Hotelier selbst hat seit damals in jedem Jahr Praktikanten in seinem Haus beschäftigt, was ihm den besonderen Dank der Schulleiter Sándor Piller und Dr. Ilona Borgula einbrachte. Auch die anwesenden Vertreter weiterer Betriebe aus dem Westmünsterland, die sich bei dem Projekt engagieren, sowie der Gronauer Bürgermeister Karl-Heinz Holtwisch, wurden mit Urkunden und Präsenten bedacht.

Karl-Heinz Holtwisch unterstrich in einem Grußwort, dass das Austauschprogramm inzwischen ein fester Bestandteil der Ausbildung der ungarischen Schüler sei. Es ermögliche ihnen wertvolle Erfahrungen über alle kulturellen und sozialen Unterschiede hinweg. Diese Einschätzung teilte auch der ungarische Generalkonsul Tamás Mydlo. Er brachte seine Freude über das Jubiläum zum Ausdruck, in einem Jahr, das für Ungarn ein vielfaches Jubiläumsjahr sei (fünf Jahre EU-Mitgliedschaft, zehn Jahre Nato-Mitgliedschaft und 20 Jahre offene Grenzen gen Westen).

Der Direktor der Hotelfachschule Eötvös József Schulstiftung, Sándor Piller, dankte allen Anwesenden, die sich bei der Ausbildung der Hotelfachschüler engagieren. Das Praktikum helfe den jungen Leuten, ihren Platz im Leben und in der Gesellschaft zu finden.

Für die Gastgeber überreichten Bernhard Verst und die DEHOGA-Geschäftsstellenleiterin Andrea Franiel Präsente an die ungarischen Gäste, darunter fünf aktuelle Praktikanten, ehe sich die Festgesellschaft an westfälischen Spezialitäten und einer Darbietung des Gronauer Chors „CrossOver“ erfreute.

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