Gronau
Glücksbringer in Epe

Gronau-Epe - Die Schornsteine rauchen schon lange nicht mehr. Schließlich hat die Wirtschaftskrise auch in Epe zugeschlagen. Was um alles in der Welt machten aber dann die ganzen Schornsteinfeger am Dienstagnachmittag im Eper Ortskern? Demo gegen...

Mittwoch, 29.07.2009, 09:07 Uhr

Gronau-Epe - Die Schornsteine rauchen schon lange nicht mehr. Schließlich hat die Wirtschaftskrise auch in Epe zugeschlagen. Was um alles in der Welt machten aber dann die ganzen Schornsteinfeger am Dienstagnachmittag im Eper Ortskern? Demo gegen drohende Arbeitslosigkeit? Betriebsausflug der gesamten Innung? Trauerzug in Erinnerung an den gesprengten Schlot der Germania-Fa­brik? Und vor allen Dingen: Was tat die blond gelockte Dame mit dem blinkenden Zauberstab in ihrer Mitte? Die Antwort: Der Bummelzug der Bürgerschützengilde St. Georgi war wieder unterwegs. Und da im Zeichen der Krise jedermann Glück gut gebrauchen kann, hatte das Organisations­team in diesem Jahr den Bummelzüglern Glücksbringer ­Verkleidung verordnet. „Neben den Schornsteinfegern auch eine Prinzessin Lilifee, die einem alle Wünsche sofort erfüllt“, grinste Benno Benkhoff, der mit Peter Serné und Dr. Rainer Skrobek das Orga-Team bildete, über das Kostüm von Heinz Paganetty. Der sah mit der Blondperücke und rosa Glitzerkleidchen einfach entzückend aus...

Die Frauen der organisierenden Bummelzügler hatten sich wieder einmal in Arbeit gestürzt und die Kostüme genäht. Die Visagistinnen hatten in diesem Jahr einen vergleichsweise leichten Job: Ein bisschen schwarze Farbe verlieh den Schornsteinfegern natürliches Aussehen.

Der aktuelle Schützenkönig Christoph Stenau musste in diesem Jahr eine Art Buhmann abgeben: Er verkörperte als „Bad Banker“ die Ursache der Krise. Zum Glück waren die Glücksbringer deutlich in der Überzahl...

Noch bis halb fünf am Dienstagmorgen hatten die meisten Bummelzügler ihren Schützenkönig gefeiert und waren anschließend zum Spiegeleieressen im Hause Stenau aufgelaufen. Traditionell ist das auch stets eine der ersten Stationen des Bummelzugs, so auch gestern. Danach machten sie sich auf in den Ortskern, um in Geschäften und von Passanten Geld zu sammeln. Extra dafür hatte Willi Thörner Glücks-Sparschweinchen gebastelt, die sich im Verlauf des Nachmittags zusehends füllten. Der überzeugende Charme der Bummelzügler ist schließlich fast sprichwörtlich. Außerdem: Wer kann einem Glücksbringer schon etwas abschlagen?

Zumal der gesamte Spendenbetrag ohne einen Cent Abzug einem guten Zweck zugutekommt. Alljährlich wird eine örtliche gemeinnützige oder wohltätige Organisation ausgesucht, der der Erlös übergeben wird. In diesem Jahr ist es die Hospizbewegung St. Josef. Etwa 30 Sterbebegleiter arbeiten hier ehrenamtlich. Sie stehen als Gesprächspartner auch den Angehörigen, als Helfer den pflegenden Personen und vor allem als Wegbegleiter den Menschen, die sich am Ende ihres Lebens befinden, zur Verfügung. Das Angebot ist für alle Menschen in Gronau und Epe offen, gleich welcher Konfession. Die Hospizbewegung organisiert das Trauercafé „Haltende Hände“. Mittlerweile wird sterbenden Menschen auch im Rahmen einer Palliativberatung Hilfe angeboten.

Ein Angebot, das die Bummelzügler gerne unterstützen. Wer die Aktion verpasst hat, kann das Spendenkonto des Bummelzugs, Nummer 200 279 801 bei der Volksbank Gronau, nutzen.

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