Gronau
Werkraum im alten Lehrerzimmer

Mittwoch, 16.12.2009, 09:12 Uhr

Gronau - Früher haben die Lehrer in dem Raum Kaffee getrunken, ihre unterrichtsfreie Zeit verbracht, sich ausgetauscht. Davon zeugt noch ein fast schon museumsreifes Exponat: Eine alte Tafel hängt an der Wand, mit mehreren Spalten und vielen kleinen „Flaggen“ darauf - ein alter Dienstplan, wobei jede Flagge einen Lehrer repräsentiert. Diese Pläne werden mittlerweile digital gepflegt, und das Kollegium ist umgezogen in ein anderes Lehrerzimmer in der Anne-Frank-Schule. Das alte steht derzeit leer. Noch, denn künftig sollen dort die Schüler werkeln: Aus dem Zimmer wird der Holzarbeitsraum, an den weitere Werkräume angebaut werden sollen. Der Schulausschuss hat bereits zugestimmt, am Mittwoch steht das Thema auf der Tagesordnung des Rates.

„Ich freue mich auch persönlich riesig“, erklärt Techniklehrer Heinz Wrocklage . Denn die bisher genutzten Kellerräume reichten schon länger nicht mehr aus. Dass den Schülern künftig ein miteinander verbundener Holz- und ein Metallwerkraum zur Verfügung stehen, inklusive neuer Einrichtung und Werkzeuge, biete ihnen auch gleich viel mehr Möglichkeiten, erklärt der Pädagoge. „Die Chancen, dann vielleicht im Handwerk Fuß zu fassen, sind viel besser“, blickt Heinz Wrocklage voraus. Er hofft auch darauf, durch die neuen Möglichkeiten den einen oder anderen Betrieb für Projekte an die Schule holen zu können.

Wie die Planungen für die neuen Räumlichkeiten konkret aussehen, darüber informierten sich die Schulausschussmitglieder bei ihrer jüngsten Sitzung. Die Verwaltung erinnerte zunächst daran, dass - bedingt durch den Ausbau der Anne-Frank-Schule zur gebundenen Ganztagsschule - am Gebäude bereits erhebliche Investitionen vorgenommen wurden. Die bestehenden Werkräume im Keller der Schule hätten sich aber von Beginn an als problematisch erwiesen. Die geologischen Verhältnisse im Bereich der Schule führen in diesen Räumen immer wieder zu Staunässe, sobald es Unregelmäßigkeiten im Entwässerungssystem gibt. Aus diesem Grund sei der Werkunterricht in die Klassenräume verlegt worden - ein unbefriedigender Zustand.

Eine Sanierung der alten Werkräume ist nach Angaben der Bauverwaltung mit erheblichen finanziellen Mitteln verbunden und daher unwirtschaftlich. Auch Überlegungen, die Werkräume in die Fachräume für Naturwissenschaften zu integrieren, scheiterten. So sei die Idee entstanden, das alte Lehrerzimmer umzuwandeln und dort einen weiteren Technikraum anzubauen. Die Um- und Anbaukosten werden mit 262 000 Euro veranschlagt und sollen nach Darstellung der Verwaltung aus Mitteln des Konjunkturpaketes II finanziert werden. Die Kosten der Einrichtung sind mit 85 000 Euro veranschlagt. Die Baumaßnahme soll gemeinsam mit der bereits beschlossenen Fassadensanierung durchgeführt werden, weil dies zu Kosteneinsparungen führe.

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