Gronau
Asteroid trägt Namen Johannink

Freitag, 09.04.2010, 11:04 Uhr

Gronau - Der kleine Asteroid 12171 kurvt wie seine zahllosen Kollegen auf einer elliptischen Bahn zwischen Mars und Jupiter um die Sonne . Er hält immer schön Abstand von dem Zentralgestirn, derzeit rund 43 Millionen Kilometer. Das Besondere an dem kleinen Himmelskörper ist, dass er den Namen eines Gronauers trägt: den von Carl Johannink. Der Niederländer ist engagierter Hobby-Astronom, fasziniert von Himmelserscheinungen, gilt als profilierter Meteoritenforscher und ist Mitglied der „Dutch Meteor Society“. Erst im vergangenen Jahr machte er sich mit anderen Fachleuten auf die Suche nach den Resten eines Meteoritenniedergangs in der Wüste im Sudan (die WN berichteten).

Auch wenn die Zahl der Asteroiden in die Hunderttausende geht, ist es doch eine Ehre, wenn so ein Kleinstplanet offiziell den eigenen Namen erhält.

Bis Ende März war der Asteroid, der eine Umlaufzeit von rund viereinhalb Jahren hat, noch namenlos. Vielmehr: Er hatte neben seiner Nummer 12171 eine Kennzeichnung, aber eine eher prosaische, nämlich 2382 T-3.

Entdeckt worden war der Asteroid bereits am 16. Oktober 1977 von dem Astronomen-Ehepaar Kees van Houten/ Ingrid van Houten-Groeneveld auf Fotoplatten, die Tom Gehrels im Mount Palomar-Observatorium in den USA mit einer Spezialkamera belichtet hatte. Die Platten wurden an die Universität im niederländischen Leiden geschickt, wo das Ehepaar sie auswertete.

Nachdem die Bahn des Asteroiden feststand, erhielt er zunächst seine Nummer 12171. Die beiden Entdecker hatten ihr eigenes Ordnungssystem, demzufolge sie ihm die Kennung 2382 T-3 gaben. Das war einfacher, als jedem Asteroiden den Namen einer Person zu verliehen - schließlich machten die fleißigen Eheleute nicht weniger als 4300 Stück ausfindig!

Wieso der Himmelskörper jetzt den Namen des Gronauers trägt? Ein Astronomie-Kollege, Koen Miskotte, hatte bei der zuständigen Kommission der Internationalen Astronomischen Union den Vorschlag eingereicht, einen Kleinstplaneten nach Carl Johannink zu benennen. „Auch Ingrid van Houten-Groeneveld - sie ist mittlerweile an die 90 Jahre alt - hat sich für die Namensgebung ausgesprochen“, erzählt Johannink. „Das ist eine schöne Anerkennung meiner astronomischen Tätigkeit, der ich seit Mitte der 70er-Jahre nachgehe. Aber ein merkwürdiges Gefühl ist es auch, sich so verewigt zu sehen.“

Anfang April kam die Bestätigung, dass der Vorschlag angenommen worden ist. In allen offiziellen Unterlagen über den Asteroiden taucht nun neben der Nummer 12171 auch Johanninks Name auf.

Der Gronauer befinden sich damit in bester Gesellschaft: Der erste je entdeckte Asteroid erhielt 1801 den Namen der römischen Göttin Ceres. Auch sehr prominente Personen wie Kleopatra, aber auch Karl Marx, sind Asteroiden-Namenspatronen. Auch wenn die wohl auf astronomischem Gebiet wenige Verdienste hatten...

„12171 Johannink“ ist übrigens ein gutmütiger Vertreter seiner Art. Keiner, der Anstalten macht, die Umlaufbahn der Erde zu kreuzen, wenn sich unser Heimatplanet gerade an derselben Stelle befindet. Der etwa 3500 Meter dicke Brocken bleibt zwischen Mars und Jupiter im Asteroidengürtel. Auf seiner endlosen, elliptischen Bahn um die Sonne.

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