Gronau
Drei Generationen in einer Fahrschule

Donnerstag, 15.04.2010, 09:04 Uhr

Gronau - Sie kennen die Straßen wie ihre Westentasche, verbringen zwischen acht und zehn Stunden täglich an ihrem Arbeitstisch, in ihrem Fahrschulwagen , und legen stets großen Wert auf eine professionelle und solide Ausbildung: Die Rede ist von Horst , Uwe und Mandy Pogorzelski, die Fahranfänger nun schon in dritter Generation zum Führerschein führen. Das Besondere an ihrer Fahrschule ist, dass die drei Generationen nicht nacheinander, sondern gleichzeitig als Fahrlehrer aktiv tätig sind.

Was unter dem Gründer Horst Pogorzelski vor 44 Jahren mit der Eröffnung einer Fahrschule an der Albertstraße begann, die schon einige Jahre darauf an den heutigen Standort an der Kleibergstraße verlegt wurde, hat sich im Laufe der Zeit zu einem gut aufgestellten Familienunternehmen entwickelt, das in den Führerscheinklassen A und B, L sowie M ausbildet. 1991 wurde eine Zweigstelle in Ochtrup eröffnet, die 1993 von Uwe Pogorzelski als selbstständigem Fahrlehrer weitergeführt wurde, und der 1994 eine weitere Zweigstelle am Nienkamp in Epe folgte.

Nachdem sich der Begründer 2003 nach fast 40-jährigem Berufsleben aus der Selbstständigkeit zurückzog, übernahm sein Sohn Uwe den Betrieb. Auch dessen Tochter Mandy entschied sich dafür, in die Fußstapfen ihres Großvaters und Vaters zu treten. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung und hat seit dem 1. April den befristeten Fahrlehrerschein, dem noch in diesem Sommer der unbefristete Fahrlehrerschein folgen soll.

Wie sehr sich der Arbeitsalltag insbesondere in diesem Beruf verändert hat, darüber kann Horst Pogorzelski einiges berichten: „Meine besten Pferde im Stall waren richtige Arbeitstiere mit knapp 30 PS unter der Haube: die beliebten VW Käfer“, erinnert sich der Gründer an die Anfänge. Er hat im Laufe der Jahre weit mehr als 70 Fahrzeuge „verschlissen“. Während Fahrschulwagen früher rund 40 000 Kilometer im Jahr liefen, hat sich die Kilometerleistung der heutigen Mittelklassewagen fast verdreifacht. Aber nicht nur den Autos, auch den Fahrschülern wird weitaus mehr abverlangt: „Konnten meine Fahrschüler in den 60er-Jahren nach durchschnittlich zwölf Fahrstunden ihre zehnminütige Fahrprüfung ablegen, so benötigen Fahranfänger heutzutage zwischen 25 und 30 Stunden, um die 45-minütige Fahrprüfung zu absolvieren“, berichtet Horst Pogorzelski.

„Trotz der dadurch bedingten steigenden Kosten für die Fahrschüler sind die Zahlen mit rund 220 Prüflingen pro Jahr konstant“, ergänzt Anke Pogorzelski, die für die Organisation und Buchhaltung im Unternehmen zuständig ist. „In Gronau und Umgebung leben wir natürlich von der Mund-zu-Mund-Propaganda, die jedoch ganz eng verbunden ist mit der Zufriedenheit unserer Fahrschüler. Ein guter Ruf ist viel wert, sodass wir neben dem Erlernen des eigentlichen Fahrens auch versuchen, die Weitsicht, Umsicht und Rücksicht der Fahrschüler zu schulen. Nicht nur in ihrem Interesse, sondern auch in unserem eigenen Interesse sind wir bemüht, dass die Fahrschüler ihre Prüfung direkt im ersten Anlauf auch bestehen“, so Uwe Pogorzelski. „Leider ist die Aufnahmebereitschaft der Schüler stark gesunken. Benötigten sie früher im Alter von 18 Jahren noch zirka drei Monate, um ihren Führerschein zu machen, so liegt die heutige Verweildauer in Fahrschulen zwischen neun und zwölf Monaten“, erklärt der Fahrschulbesitzer.

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