Gronau
Gestatten: „Schantall“

Sonntag, 04.04.2010, 10:04 Uhr

Gronau - „Ich wollt, ich wär´ ein Huhn !“ Diesen Satz werden im Laufe des Jahres vermutlich noch viele Gronauer von sich geben. Warum? Weil das Huhn in den kommenden Monaten im Leben der Stadt eine zentrale Rolle spielen soll. Der Grund: Im Rahmen eines Pilotprojektes wird „ Schantall “ - eine Hühnerdame mit vielen Gesichtern - in der Stadt für bedürftige Kinder gackern.

Die Idee für das Benefizprojekt stammt von der Künstlerin Bertamaria Reetz . Sie gründete 2006 in Köln die gemeinnützige Gesellschaft „Creativ Help“. 2007 machten dann die „Jecken Höhner von Kölle“ von sich und von „Creativ Help“ die Rede: Hühner-Rohlinge wurden in verschiedenen Größen zum Kauf angeboten. Vereine, Firmen, Behörden und Einzelpersonen machten aus dem Dummy kunstvoll bemalte Unikate, die eines gemeinsam haben - sie heißen alle „Schantall“.

Der Gewinn, der aus dem Verkauf der Rohlinge, aus Spenden und durch die Versteigerung der Hühner-Kunst zusammenkam, wurde an gemeinnützige Institutionen vor Ort für Projekte im Bereich Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung gestellt.

Und genauso soll es auch in Gronau sein, wie jetzt Kyra Lupitzki (Stadtmarketing) und Werner Bajorath (Bürgerausschuss Karneval - BAK) bei der Vorstellung der Idee berichteten. Beide fanden die Kölner Idee spontan super und wollen deshalb gemeinsam unter dem Motto „Brot statt Kamelle“ dafür die Werbetrommel rühren. Und zugleich deutlich machen, dass es - erstens - „verrückte Hühner“ nicht nur im Karneval gibt und - zweitens - mit einer „jecken Idee“ viel Gutes bewirkt werden kann.

Eigentlich sollte das Projekt landesweit unter dem Slogan „In NRW sind die Hühner los“ an den Start gehen. Weil aber die Resonanz eher verhalten war, soll Gronau jetzt in Sachen Hühner so etwas wie eine Vorzeige-Kommune werden. Oder - um im Bild zu bleiben: In Gronau sollen Hühner Hahn im Korb werden. Die Schirmherrschaft für die Aktion hat deshalb auch Bürgermeister Karl-Heinz-Holtwisch übernommen.

Den ganzen Sommer über sollen die „Schantalls“ immer wieder (alle 14 Tage) präsentiert und aus den jeweils fertiggestellten Hühnern schon mal ein „Hühnerstall der Besten“ zusammengestellt werden, wie Lupitzki und Bajorath sagen. Wie und wo diese regelmäßigen Präsentationen stattfinden, wird derzeit noch erarbeitet. Denkbar ist: Auch das Stadtfest 2010 könnte ganz im Zeichen der Hühner stehen.

Ende des Jahres wird dann aus der Vorauswahl das „Super-Huhn“ gewählt. Außerdem ist geplant - passend zu den karnevalistischen Aktivitäten des Bürgerausschusses Karneval - am 11.11. (Karnevalsauftakt) einen Hühner-Umzug (Gacker-Parade) zu veranstalten. Dabei sollen alle Hühner noch einmal gezeigt werden. Beendet schließlich wird die Aktion mit der Versteigerung der Hühner (soweit die Eigentümer die Kunstwerke nicht selbst behalten möchten).

Das Geld, das bei der Aktion zusammenkommt und auf ein Sonderkonto eingezahlt wird, soll am Ende der Übermittagsbetreuung in Kindergärten und Schulen der Stadt zugute kommen. „Gutes tun und auf kreative Weise auf die eigene Einrichtung, den eigenen Verein aufmerksam machen - das sind zwei Ziele, die mit der Aktion erreicht werden können“, werben Lupitzki und Bajorath für die gute und kreative Sache.

Das erste Huhn, das für Gronau und Epe an den Start geht, gibt es übrigens schon: „Grepes Schantall“ hat der BAK das Werk von Christina Epping getauft, auf dem ganz Gronau auf dem Körper eines Huhnes dokumentiert wird: Von der Dinkel über das LAGA-Symbol, vom Rockmuseum bis zu den WN. Zehn weitere Rohlinge hat das Autohaus Wallmeier schon für die Schulen und Kindergärten gesponsert, die sich als Erste melden.

Versteht sich von selbst, dass „Grepes Schantall“ nicht alleine bleiben soll, sondern bald inmitten eines ganzen Hühnervolkes steht. Wer Rohlinge will, muss nur zum Hörer greifen: Der „Hühnerstall“ (Stadtmarketing) ist unter ' 99 00 6 zu erreichen.

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