Gronau
Gäste sogar aus Island

Donnerstag, 29.07.2010, 07:07 Uhr

Gronau - „ Geomarketing “ - eine Wortkreation aus Geografie und Marketing, die einen Teilaspekt modernen Marketings umschreibt. Die Jungunternehmer Benjamin Beloch und Sebastian Franzbach gründeten 2008 ihre Marketingagentur, mit der sie von Beginn an den Schwerpunkt auf Geomarketing legten. „Je besser man seine Besucher oder Kunden kennt, desto gezielter können neue Besucher/Kunden geworben werden“, so Sebastian Franzbach. Mit dem Analyseinstrument des Geomarketing können Unternehmen ihre Kunden und Einrichtungen ihre Besucher genau kennenlernen. Erhebungen zu Herkunft, Alter und Häufigkeit der Befragten werden statistisch erfasst, ebenso sind gezielte Fragen zu Marketinginstrumenten möglich, etwa wodurch der Kunde/Besucher auf die jeweilige Einrichtung aufmerksam geworden ist.

Mit wenig Aufwand können diese Fakten an der Kasse oder am Eingang im Computer festgehalten und anschließend von Beloch und Franzbach ausgewertet werden. Das Resultat sind viele Landkarten von Deutschland und seinen angrenzenden Staaten, die die große Datenmenge zusammengefasst visualisieren. „So lässt sich leicht erkennen, in welchen Gebieten Marketingeinsätze bereits gewirkt haben und wo sie vielleicht verstärkt werden sollten“, erklärt Benjamin Beloch.

Zu ihren Kunden der ersten Stunde gehören auch das Kulturbüro Gronau und das rock´n´popmuseum. „Uns geht es dabei nicht um die quantitative Erfassung aller Besucher. Vielmehr wollen wir herausfinden, mit welchen Strategien wir unsere Besucher und potenziellen Besucher noch gezielter erreichen und direkter ansprechen können“, erläutert Thomas Albers , Geschäftsführer des rock´n´popmuseum. Geomarketing trägt also dazu bei, die internen Arbeitsprozesse auf Basis statistischer Daten zu optimieren. Kommende Projekte lassen sich mit den Erkenntnissen zu vorhergehenden Projekten, wie die Zugkonzerte „11 Minuten“, das Musiccamp „RockSkillz“ und die großen Sonderausstellungen, besser vermarkten.

Auch das Kulturbüro zeigt sich erfreut über die Erkenntnisse, die mit der Befragung der Jazzfest-Besucher gewonnen werden konnten, und sieht sich in der Werbearbeit bestätigt. Dass das Jazzfest eine internationale Strahlkraft hat, ist laut Geomarketing nicht nur eine subjektiv empfundene Einschätzung. Die Herkunft der Besucher verbildlicht Geomarketing auf einer Europakarte. Den weitesten Weg hatten isländische Gäste, die scheinbar mehr Glück bei ihrer Anreise hatten als Blood, Sweat & Tears. Die wachsende Bedeutung von internationalem Marketingeinsatz via Internet wird damit nur verstärkt. „In Island schalten wir sicher keine Werbung, die Informationen haben sie sicherlich aus dem Internet“, stellt Otto Lohle fest.

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