Gronau
„Norina“ gibt Kettensägen Arbeit

Montag, 12.07.2010, 18:07 Uhr

Gronau - Die grüne Wolldecke hat Minuten zuvor vermutlich noch auf einem Balkon gelegen. Jetzt fliegt sie - vom Wind aufgewirbelt - durch den Wendehammer . Bedenklich neigen sich die Bäume ringsum in einer Sturmböe . Regen prasselt aus dunklen Wolken herunter, bringt die Kanäle am Straßenrand binnen Minuten an ihre Fassungsgrenze. Knapp eine halbe Stunde lang zog am Montagmittag das Sturmtief „Norina“ über die Stadt. Zurück blieb am Ende eine Spur der Verwüstung und jede Menge Arbeit für Feuerwehr und Bauhof der Stadt.

Um 13.14 Uhr rückt zunächst der Löschzug Gronau der Feuerwehr aus: „Unwetter“ lautet der Anlass für den Einsatz. Zwölf Minuten später werden auch die Eper Feuerwehrleute zum Gerätehaus beordert. Auf die Einsatzkräfte wartet Arbeit für Stunden: Meist sind es umgestürzte Bäume, die die Wehr beseitigen muss. Bis 16.30 Uhr zählt die Feuer- und Rettungswache mehr als 60 Einsätze. Teilweise liegen die Bäume auf Häusern, teilweise versperren sie die Fahrbahn und haben im Umfallen große Teile des Asphalts mitgerissen. Ein paar Einsatzstellen im Detail:

Gildehauser Straße: In Höhe des Ev. Friedhofs liegen Bäume quer über der Straße. Bauhof der Stadt und Feuerwehr arbeiten Hand in Hand bei der Beseitigung, die Polizei sperrt die Straßen und regelt den Verkehr. Auch auf dem Friedhof ein Bild der Verwüstung. Einer der Hauptwege ist durch umgefallene Bäume versperrt, andere Baumriesen liegen quer über Gräbern.

August-Hahn-Straße: Unweit der Viktoriaschule sind mehrere Bäume umgefallen. Einer davon liegt auf dem Dach eines Hauses.

Orff-Ring: Auch hier versperrt ein umgestürzter Baum die Straße. „Boh, guck mal: Die Wurzeln haben die ganzen Pflastersteine mitgerissen“, sagt ein kleiner Junge zu einem anderen. Staunend stehen die beiden Knirpse vor dem umgestürzten Riesen.

Alstätter Straße: Hier hat der Sturm eine Linde umgehauen. Gelandet ist sie auf dem Dach des K+K-Markts.

Schwarzenbergstraße/Glanerfeld: Mehrere Bäume sind umgefallen und haben Teile des Straßenasphalts mitgerissen. Riesige Löcher klaffen in der Fahrbahn.

Tieker Damm: Der Grenzpatt ist fast unpassierbar. Reihenweise hat der Sturm hier Bäume gefällt. Auf einem Tandem kurven zwei Fietser um ein paar heruntergefallene Äste. „Da hinten ist alles dicht, da liegen mehrere Bäume auf dem Weg“ berichten sie.

Laubstiege: Vom nahen Acker hat der Sturm das lose Stroh bis in die Gärten der Nachbarschaft geweht. Das Dröhnen der Motorsäge durchdringt die Mittagsruhe. Auch hier sind Feuerwehrleute im Einsatz, um vom Sturm gefällte Bäum zu beseitigen. Bis in die Abendstunden kommen bei der Feuerwehr immer neue, kleine und größere Einsätze herein. Doetkottenweg, Forstgarten, Hermann-Ehlers-Straße, Kloster in Epe - die Liste der Einsatzstellen liest sich wie ein Straßenverzeichnis. Vielfach helfen sich Nachbarn selbst, räumen kleinere Bäume und Äste weg und kehren zusammen, was der Sturm ihnen zugetragen hat.

Die Ambulanz des St.-Antonius-Hospitals berichtet auf Anfrage von drei Leichtverletzten im Zusammenhang mit „Norina“: In zwei Fällen kommen Autofahrer zu Schaden, die Bäumen ausweichen. In Nordhorn geht der Sturm weniger glimpflich ab: Ein Frau wird dort von einem Baum erschlagen.

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