Gronau
Heimatfreunde auf den Spuren der Dinkel

Montag, 02.08.2010, 08:08 Uhr

Gronau - Die Samstags-Radwanderungen des Heimatvereins Gronau bieten viele Erlebnisse. Ob Touren nach Weerselo, Beuningen ( Dinkelsteine ) oder zum Kloster Frenswegen - den Teilnehmern werden stets neue Eindrücke vermittelt. Diesmal führte die Fahrt zunächst mit dem Fietsenbus nach Stadtlohn.

Erstes Ziel war das Haus Hengelborg, ein eingeschossiges Wirtschaftsgebäude mit einer Jagdkapelle und einem barocken Altar, das Fürstbischof Arnold von Metternich 1716 erbauen ließ. Auf Wald- und Feldwegen radelten die Heimatfreunde dann an Gescher vorbei nach Holtwick , das heute zur Stadt Rosendahl gehört. Dort befindet sich das Quellgebiet der Dinkel . Etwas abseits des Weges gelegen, umsäumt von einem üppigen Baumbestand, suchten die Radler aber vergeblich nach Wasser. Die lang andauernde Trockenheit hat offenbar den Grundwasserspiegel abgesenkt, sodass die Dinkel zurzeit nur von Seitenarmen gespeist wird, heißt es in einer Mitteilung des Heimatvereins. Die Dinkel hat eine Länge von 89 Kilometern und durchfließt danach Legden, Heek, Gronau, die Niederlande und schließlich Niedersachsen, um in die Vechte zu münden.

Am „Hoftor Horst“, einem ehemaligen Kleinadelssitz, den die Familie Droste zu Vischering im 17. Jahrhundert bewohnte, wurde Mittagsrast gehalten. Danach folgte die Besichtigung des „Holtwicker Ei“, eines Findlings aus der Saale-Eiszeit, der vor etwa 150 000 Jahren ins Münsterland gelangte. Nach der Sage wollte der Teufel mit dem Wurf des Findlings den Baubeginn der Kirche verhindern, was ihm misslang. Er rief „Holt wiek oder ik smiet“. Daraus soll der Name „Holtwick“ entstanden sein.

Beeindruckt zeigten sich die Radler in Legden vom Haus Egelborg, einem Wasserschloss, das sich über zwei Inseln erstreckt. Es wurde im niederländischen Renaissance-Stil mit einem neugotischen Teil am Oberlauf der Dinkel vor etwa 600 Jahren erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Ergänzungen und Veränderungen, 1559 folgte der Herrenhausflügel, 1714 entstand der barocke linke Flügel, die Vorburg wurde 1668 abgebrochen und im neunzehnten Jahrhundert wieder aufgebaut. 1670 gelangte das Haus Egelborg durch Heirat in den Besitz des Ritters Jobst von Oer-Nottbeck. Seine Nachfahren, die Familie des Freiherrn von Oer, bewirtschaften noch heute den Gutshof.

Anschließend kehrte die Gruppe in Asbeck nahe dem Dormitorium ein. Auf dem Heimweg besichtigte sie noch die Düstermühle.

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