Gronau
„Ein angesehener, sicherer Job“

Sonntag, 13.02.2011, 18:02 Uhr

Gronau - Die Hürden sind hoch: (Fach-)Abitur, Deutsches Sportabzeichen, DLRG-Abzeichen in Bronze und der Führerschein für Pkw sind nur einige Voraussetzungen, die nachweisen muss, wer in Nordrhein-Westfalen Polizist werden möchte. Wer diese Hürden nimmt, bekommt aber auch ein bezahltes Bachelor-Studium und kann anschließend einen gut bezahlten Beruf ausüben. „Das Netto-Einstiegsgehalt liegt bei 2100 Euro“, sagt Wolfgang Thebelt , Einstellungsberater der Polizei im Kreis Borken.

Thebelt und sein Kollege Horst Steinbach (Bezirksbeamter in Gronau) sind am Freitagabend in der Fatih-Moschee zu Gast, um türkische und türkischstämmige Jugendliche über ihre Berufsaussichten bei der Polizei in NRW zu informieren. Eingeladen dazu hat die Türkisch-islamische Gemeinde Gronau. „Wir als Gemeinde sind daran interessiert, dass unsere Jugendlichen an der Aktion teilnehmen, um später vielleicht eine entsprechende Laufbahn einzuschlagen“, erklärt Burak-Sedat Sakinc, Vorstandsmitglied der Gemeinde.

Und das Interesse ist in der Tat groß: Viele Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts tummeln sich im Schulungsraum neben der Moschee. Zwischenzeitlich werden sogar die Stühle knapp. Schritt für Schritt legt Wolfgang Thebelt ihnen auseinander, welchen Weg sie einschlagen müssen, wenn sie Polizisten werden möchten. Er erzählt von der Bewerbung, dem dreitägigen Einstellungstest und der anschließenden Ausbildung. Die besteht aus Theorie, Training und Praxis.

Aus seiner eigenen Erfahrung erzählt Cemal Cengiz den Jugendlichen vom Polizeidienst. Der deutsche Polizeibeamte mit türkischen Wurzeln nimmt als Gast an der Veranstaltung teil. Über seinen Beruf - er arbeitet bei der Polizeiwache in Dülmen - sagt er: „Sich mit Menschen auseinanderzusetzen ist schwer. Es ist ein angesehener, sicherer Job, aber man darf ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Die jungen Leute hören fast zwei Stunden lang geduldig zu, stellen zahlreiche Detailfragen. Einige signalisieren, dass sie ernsthaft an einer Ausbildung bei der Polizei interessiert sind.

Welchen Vorteil sie hätten, liegt für Horst Steinbach auf der Hand: „In unserem Beruf hat man oft mit Personen mit Migrationshintergrund zu tun.“ Kollegen mit ausländischen Wurzeln könnten sich besser in diese Menschen und ihre Gefühlslage hineinversetzen.

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