Gronau
„Kein Kilo Uran mehr nach Japan“

Montag, 14.03.2011, 19:03 Uhr

Gronau - Wenn von Kernkraftgegnern zur Mahnwache vor der Urananreicherungsanlage aufgerufen wird, sind die Teilnehmer meist an zwei Händen abzuzählen. Montagabend war das anders: Von 100 Teilnehmern sprachen die Veranstalter, die Polizei von 60 bis 70. Aber: Viele neue Gesichter waren dabei, Kinder und ältere Menschen, die angesichts der Katastrophe in Japan alle eine Botschaft auf die Straße tragen wollten: Schluss mit Atomkraft.

Für Udo Buchholz (Arbeitskreis Umwelt Gronau) gehört dazu auch die Schließung der bundesweit einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in der Stadt. Für dieses Ziel engagiert er sich seit mehr als 30 Jahren. Dass in Deutschland jetzt die Laufzeitenverlängerung für Atomanlagen ausgesetzt werden soll, hält er für „ein taktisches Manöver“ der Politik. Den Vorwurf, die Kernkraftgegner hierzulande sollten im Angesicht des Leids der Menschen in Japan schweigen, lässt er nicht gelten. Gerade vor dem Hintergrund der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sei die Forderung nach Atomausstieg berechtigt: „Wenn es nach uns gegangen wäre, hätte es diese Opfer nie gegeben.“ -

Enttäuscht zeigte sich Buchholz darüber, dass die Gronauer SPD nach massiven Debatten über ihr Ratsmitglied Chris Breuer (PR-Mann bei Urenco ) bei der Mahnwache nur mit einzelnen Mitgliedern vertreten war. -

Massive Kritik übt im Zusammenhang mit dem schweren Erdbeben in Japan und vor dem Hintergrund brennender Chemie- und Atomanlagen auch der Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) an Politik und Industrie, die den Betrieb der Atomanlagen in Japan genehmigt und forciert haben.

Für die Bundesrepublik und weltweit wird die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen und ein Exportverbot für Uran von Deutschland nach Japan gefordert. In einer Broschüre rühme sich Urenco „Hier angereichertes Uran wird zu Brennelement-Fabriken transportiert, die 50 km nah in Lingen oder auch 20 000 Kilometer entfernt in Japan sein können.“ Die BBU-Forderung: „Dass kein Kilogramm Uran mehr von Gronau nach Japan geliefert werden darf.“

Ostermontag soll im Rahmen bundesweiter Protestaktionen ein Ostermarsch in Gronau auch zur Urananreicherungsanlage führen. Udo Buchholz rief zur Teilnahme auf. Details dieser Veranstaltung diskutierten Teilnehmer der Mahnwache im Anschluss an die Aktion vor dem Urenco-Werkstor.

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