Gronau
„Danke für euren Atommüll“

Mittwoch, 18.05.2011, 04:05 Uhr

Gronau - Der Trägerkreis „Gronauer Ostermarsch” veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) am heutigen Mittwoch einen Informationsabend. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr in der Gaststätte Concordia. Alle Interessenten sind zu der Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Als Hauptreferentin konnte die russische Journalistin und Atomkraftgegnerin Swetlana Slobina aus Angarsk gewonnen werden. Sie wird über die Situation in Angarsk berichten, wo Atommüll gelagert wird, der in der Gronauer Urananreicherungsanlage angefallen ist. Dabei wird Frau Slobina auch auf das Leben der Bevölkerung, die Umweltbewegung am Baikalsee und die deutlich erhöhten Krebsraten in der Atomstadt Angarsk eingehen.

Frau Slobina kommt extra nach Gronau, um zu sehen, woher der Atommüll stammt, der nach Angarsk geliefert wurde. Gegen das russische Atomprogramm wurde vor allem in Angarsk wegen des „Chemisch-Elektrolytischen Kombinats“ massiv demonstriert, was 2007 ein Todesopfer zur Folge hatte.

Mehr als 20 000 Tonnen radioaktiven Mülls (abgereichertes Uranhexafluorid) transportierte der Urenco-Konzern, der die Gronauer Urananreicherungsanlage betreibt, seit etwa Mitte der 90er-Jahre von Gronau nach Russland, so die Initiatoren. Dort lagert das Material auf großen Flächen und unter freiem Himmel und gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung. Einer von vier Bestimmungsorten in Russland, die abgereichertes Uranhexafluorid aus Gronau erhalten haben, ist die Stadt Angarsk. Ebenfalls große Uranmengen wurden von der niederländischen Urananreicherungsanlage in Almelo nach Russland transportiert.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wird Marita Wagner, Mitorganisatorin des Gronauer Ostermarschs, noch einmal wichtige Aspekte des Ostermarschs Revue passieren lassen (www.ostermarsch-gronau.de), und sie wird über die Kernschmelze in Japan berichten. Udo Buchholz vom Vorstand des Bundesverbandes „Bürgerinitiativen Umweltschutz“ wird über den vorhandenen Uranmüll an der Urananreicherungsanlage und über den drohenden Bau eines Uranmüllzwischenlagers an der Kaiserstiege informieren.

Bei der Veranstaltung kann man sich auch für Fahrgemeinschaften zur großen Anti-Atomkraft-Demonstration in Münster am 28. Mai anmelden. Dies geht zudem auch telefonisch unter 02562/23125.

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