Bummelzug unterwegs
Georgi-Schützen werden zu Punkern

Dienstag, 26.07.2011, 22:07 Uhr

Gronau-Epe - Entweder wird der Erlös des Bummelzugs diesmal ganz miserabel ausfallen - oder alle Erwartungen übertreffen. Je nachdem, ob es den ordentlichen Bürgern Epes am Dienstagnachmittag gelang, sich vor der marodierenden Horde durch Flucht zu entziehen - oder ob sie extra viel Geld in deren Sammelbüchsen steckten, weil sie sich nicht mit den aufmüpfigen Typen anlegen wollten. Die Bummelzügler der Georgi-Schützengilde sahen wirklich zum Fürchten aus. Sie waren nämlich als Punker verkleidet.

Was heißt verkleidet? Die Männer gingen voll in ihrer Rolle als Bürgerschreck auf. Franz Kalvelage zupfte lässig den Filter von seiner Zigaretten. „Hast du etwa schon mal einen Punk mit Filterzigarette gesehn?“, fragte er und steckte sich die Zichte in den Mundwinkel. „Ej, wo ist meine Spritze?“, fragte derweil Michael Schmitz . Und Gregor Wissing weigerte sich - wohl zu recht - zuzugeben, dass das Outfit der Gruppe aus dem örtlichen Herrenausstattergeschäft stammte...

„Und wie du wieder aussiehst, Löcher in der Hose...“, grölten die „Bummelzügler“ den Hit der Punkrocker „Ärzte“. Nur kurz fielen ein paar der Pseudo-Punker aus der Rolle: „Mach mal die Musik ein bisschen leiser“ - das würde ein echter Punk wohl nie fordern . . .

Im Saal der Gaststätte Meyer waren die „Bummelzügler“ in reinrassige Punks verwandelt worden: Irokesen-Perücke der eine, Netzhemd der nächste, verschlissene Jeans alle. Piercings durch die Nase, Stachelhalsband, T-Shirts mit eindeutigen Statements: „Besser Nasebohren als A...-Kriechen“. Christoph Stenau glänzte mit einer Ratte an seiner Kappe. Glücklicherweise war sie ausgestopft. Die Ratte.

In Einkaufswagen wurde der Büchsenbier-Vorrat transportiert, und Willi Thörner hatte kleine Bierfässchen zu großen Sammelbüchsen umfunktioniert. „Wir wollen leises Geld, das ist nicht so schwer“, forderte Rainer Segbert Banknoten.

„Ej, Alter, haste mal ´ne Mark?“ wurden später arglose Passanten angehauen. Aber natürlich gleich aufgeklärt, dass der Erlös der Aktion wie in jedem Jahr für gute Zwecke verwendet wird. Diesmal für die Hospizbewegung und die Frauenschutzwohnung in Gronau . Und zwar ohne einen Cent Abzug.

Wer die Idee für das Outfit hatte? „Das war eine Gemeinschaftsleistung“, erläutert Anja Dust. Sie sowie Hermann Dust, Karin und Reinhard Overkamp und Marlene Woltering und Christoph Stenau bildeten das Orga-Team, das wie gewohnt bis zum letzten Moment geheim hielt, wie sich die „Bummelzügler“ präsentieren würden. Albert Kolanus sorgte für die Tattoos, Mitarbeiterinnen des Friseurteams Jansen für Frisuren und Schminke.

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