Gronau
Als sich Frauen in Schwarz trauten

Donnerstag, 15.09.2011, 07:09 Uhr

Gronau - Das schwarze Brautkleid , das Franziska Lengers im Museums-Fundus entdeckte, zündete den Funken des Interesses: „Ich habe nicht gewusst, dass man hier früher in Schwarz geheiratet hat“, verriet sie am Mittwochnachmittag im Diakonie-Stadtteilzentrum „GroW“. Die Neugier auf die Entwicklung von Hochzeitsbräuchen war geweckt. Nicht nur in Deutschland , sondern auch in anderen Ländern. Das Ergebnis können Besucher ab sofort im „GroW“ in Augenschein nehmen. Dort eröffnete Franziska Lengers, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes Gronau, am Mittwoch die Ausstellung „Lauter Bräute im ,GroW“ im Rahmen der Interkulturellen Woche.

Ihre Recherche zum Ursprung der Hochzeitsbräuche führte Lengers zu den Motiven: Während heutzutage hierzulande die Liebesheirat zur Normalität geworden ist, sei früher vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen geheiratet worden, erklärte sie. Da die Vermählung oft von den Eltern der Brautleute arrangiert worden sei und sich diese oft gar nicht kannten, seien Kennenlern-Rituale entwickelt worden. „Daraus sind die Hochzeitsbräuche entstanden“, sagte Lengers.

Trotz aller Verschiedenheit der Traditionen in unterschiedlichen Ländern gebe es auch viele Gemeinsamkeiten, sagte sie mit Blick auf die Ausstellung. Zum Beispiel, dass heute „fast überall in Weiß geheiratet wird“.

Das spiegelt sich in den großformatigen Fotos von Hochzeiten wider, darunter Bilder aus Deutschland, aber auch beispielsweise aus Kasachstan und der Türkei. Zudem ist ein Film über eine Hochzeit in Kasachstan zu sehen. Der Heimatverein Epe hat einen Ordner beigesteuert mit zahlreichen Hochzeitsbildern aus (Ur-) Großmutters Zeiten - und das schwarze Hochzeitskleid.

Die Ausstellung wird rund vier Wochen zu sehen sein. Geöffnet ist das „Stadtteilzentrum GroW“ an der Herzogstraße 60 montags von 8.30 bis 12 Uhr und 15 bis 16 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 11 und 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.

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