Gronau
Wurzeln in der Fremde

Dienstag, 27.09.2011, 06:09 Uhr

Gronau - Mit einem Erzählcafé haben Studierende des Driland-Kollegs mit deutschen und ausländischen Wurzeln Einblick in ihre Perspektiven eröffnet und so Horizonte erweitert.

Im Rahmen der interkulturellen Woche hat das Driland-Kolleg gemeinsam mit dem Jugendmigrationsdienst das Erzählcafé unter dem Titel „Wurzeln im fremden Heimatland“ organisiert, zu dem etwa 100 Besucher kamen. Unverblümt und mit einer erfrischenden Offenheit kamen die deutschen und ausländischen Besucher der Nachmittagsveranstaltung anhand von fünf Bild-Vorträgen miteinander ins Gespräch.

Hier erzählte zum Beispiel Linda, eine aramäische Christin, dass ihre Familie als letzte ihr Dorf im Osten der Türkei verließ, um in Gronau ansässig zu werden. Deutsche konfrontierten die Zuhörer mit Vorurteilen von Ausländern gegenüber Deutschen und umgekehrt. Katarina aus Kasachstan berichtete über ihr riesiges Heimatland, das stolz auf seine multikulturelle Bevölkerung ist, irakische Kurden erzählten von den Schwierigkeiten in ihrer deutschen Nachbarschaft, von der Anonymität der deutschen Gesellschaft und ihrer Sehnsucht nach mehr Gemeinschaftssinn. Und Rita, eine libanesische Muslima, gewährte Einblicke in ihre prunkvolle Hochzeit in Beirut.

Der mit viel Engagement und Humor von den Studierenden des Kollegs geführte Begegnungsnachmittag machte es bei Kaffee, Tee und internationalen Gebäckspezialitäten leicht, über die Dinge zu reden, die normalerweise verschwiegen werden: Das, was man von einander denkt und die Vorurteile der einen über die anderen.

Es zeigte sich, dass Ausländer und Deutsche einander oft wechselseitig Haltungen unterstellen, von deren Grundlagen sie wenig wissen, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Letztlich warben alle Seiten für ein größeres Verständnis, denn nur was man kennt, kann man beurteilen. Einander kennen- und begreifen lernen, sollte deshalb oberste Priorität haben, war der Tenor der von Abendrealschülern initiierten Veranstaltung.

„Am Driland-Kolleg lernen Erwachsene aus vielen Kulturen gemeinsam, obwohl ihre Erfahrungshorizonte sehr unterschiedlich sind, und das klappt hier wunderbar“, lobte der Schulleiter Reinhard Dyckhoff den Nachmittag, an dem in nur zwei Stunden sehr kurzweilig gezeigt wurde, was es bedeutet, wenn eigene Wurzeln in der Fremde liegen.

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