Was Picasso und James Dean vergaßen
Was Picasso und James Dean vergaßen

Donnerstag, 10.11.2011, 09:11 Uhr

Gronau - Ob arm, ob reich: Alle Menschen haben Angst vor dem Tod, verdrängen ihre Sterblichkeit und versuchen daher, die Formulierung ihres letzten Willens zu umgehen. Wen wundert es also, dass rund 70 Prozent der Bevölkerung verstirbt, ohne einen geordneten Nachlass (dafür aber verwirrte Erben) zu hinterlassen. „Diesem Missstand wollten wir mit unserem Buch ,Prominente Testamente - Was haben die Schönen und Reichen falsch gemacht? abhelfen“, erklärte Dr. Christian von Oertzen, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht, den Besuchern der Erbrechtstage, die dank Initiative der Anwaltskanzlei Felizita Söbbeke und der Sparkasse Gronau zum nunmehr elften Mal in Gronau stattfanden.

„Unser Ziel war es, dem Leser die Notwendigkeit, ein Testament zu machen, nahezubringen und ihm die Vielschichtigkeit des Komplexes und die Individualität der Lösungen vor Augen zu führen“, so Dr. Christian von Oertzen. Überhaupt kein Testament zu hinterlassen, sei nämlich die allerschlechteste Lösung, wie die Fälle des Schauspielers James Dean , des Künstlers Pablo Picasso und des Unternehmers Howard Hughes zeigten. Sie alle seien verantwortlich für vermeidbare Erbstreitigkeiten und überflüssige Steuern gewesen. Verdient an ihrer mangelnden Voraussicht hätten Streitanwälte und der Fiskus, die im Vorfeld missachtet wurden.

„Um die Abneigung, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen, zu umgehen, sind wir bei unseren Recherchen auf persönliche Schicksale berühmter Personen gestoßen. Die Schadenfreude an deren Fehlern sollte jeden anregen, es besser zu machen“, mahnte von Oertzen weiter.

Der Fall des Gewürzfabrikanten Karl Ostmann beispielsweise verdeutliche, dass eine Scheidung bei der Erbfolge ungeahnte Spätfolgen haben könne. Zudem würden Alfred Nobel und Johann Friedrich Städel zeigen, dass Stiftungslösungen eines erfahrenen Beraters bedürfen und dass insbesondere lebzeitige Stiftungsgründungen vorteilhaft seien. Und der Fall Henry Ford II. führe die Notwendigkeit vor Augen, den Testamentsvollstrecker sorgfältig auszusuchen, seine Haftung und Vergütung genau zu regeln.

Im weiteren Verlauf zeigte Felizita Söbbeke den Zuhörern Lösungen auf, wie diese ihr Testament gestalten könnten. Die Größe des Vermögens spiele dabei keine Rolle.

„Jeder sollte wissen, dass er seinen Nachlass frühzeitig und weitsichtig regeln muss, um Familienstreit und Vermögensverluste zu vermeiden. Wie man seinen Nachfahren in Erinnerung bleibt, ob als weitsichtiger Unternehmer und/oder gerechter Familienvater, hat man weitgehend selbst in der Hand“, gaben die beiden Referenten den Besuchern mit auf den Nachhauseweg.

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