Swap-Verträge: „Da brennt im Moment nichts an“
Darlehn-Zinsen der Stadt für zwei Kredite sind an sogenannten Drei-Monats-Euribor gekoppelt

Gronau -

Sind die bestehenden Swap-Verträge der Stadt risikolos? Antwort auf diese Frage wollte FDP-Fraktionschef Erich Schwartze in der jüngsten Ratssitzung. Hintergrund seiner Frage waren Medienberichte über Swap-Geschäfte in Bocholt und Steinfurt. Dort erwägt die Kommune derzeit wegen möglicher Schäden, die aus den Swaps auf die Stadt zukommen könnten, zu klagen.

Samstag, 17.12.2011, 16:12 Uhr

Kämmerer Jörg Eising konnte Schwartze und den Rest des Rates beruhigen: „Lassen wir die Verträge mal schön laufen, im Moment brennt da nichts an“, so sein Fazit.

Zuvor hatte er das Zustandekommen und die Wirkungsweise erklärt. Danach hat die Stadt im Jahre 2005 mit Hilfe der WestLB zwei Altdarlehn abgelöst. Statt sechs Prozent Zinsen musste sie bis zum Auslaufen der Verträge im Jahr 2006 nur noch 3,84 bzw. 4,12 Prozent Zinsen zahlen. Die Zinsdifferenz zu den Altverträgen (142 000 Euro) wurde der Stadt erstattet.

Die Laufzeit der beiden Darlehn wurde dann zu 3,84 bzw. 4,12 Prozent für den Zeitraum 2006 bis 2015 verlängert. Aber: Für die Dauer dieser Laufzeit ist der Zinssatz an den sogenannten Drei-Monats-Euribor gekoppelt. „Das ist der Zinssatz, zu dem sich Kreditinstitute untereinander Geld leihen“, erläuterte Jörg Eising dem Rat. Sollte dieser Drei-Monats-Euribor auf über 5,5 Prozent steigen, müsste die Stadt einen erhöhten Zins (nämlich die 5,5 Prozent zzgl. 0,05 Prozent) für die Darlehn zahlen.

Aber, so Eising weiter: „Es gibt keine Anzeichen dafür dass der Wert von 5,5 Prozent überschritten wird.“ Derzeit (Stand 16. Dezember) steht der Drei-Monats-Euribor bei 1,1417 Prozent).

Im Moment stelle sich die Lage so dar, dass die Stadt durch die vorzeitige Darlehnsablösung 142 000 Euro Zinsersparnis erlangt habe, dafür aber das Risiko der Kopplung des neuen Zinssatzes an den Drei-Monats-Euribor eingegangen sei.

Das Swap-Geschäft, so Eising weiter, endet mit der Laufzeit der Darlehn im Jahre 2015. Allerdings sind die beiden betroffenen Kredite dann noch nicht vollständig getilgt, wie der Kämmerer auf Nachfrage von Heiner Möllers ( CDU ) bestätigte.

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