Scheitert Seniorenbeirat an Senioren ?
Kneipp-Verein beantragt Einrichtung / Ausschuss begrüßt Idee, bleibt aber skeptisch

Gronau -

Über mehr Mitsprachemöglichkeiten für Senioren beriet jetzt der Haupt- und Finanzausschuss: Der Kneipp-Verein Gronau hatte den Antrag gestellt, die Stadt möge die Weichen für einen Seniorenbeirat stellen.

Montag, 23.01.2012, 20:01 Uhr

Scheitert Seniorenbeirat an Senioren ? : Kneipp-Verein beantragt Einrichtung / Ausschuss begrüßt Idee, bleibt aber skeptisch
Bisher gibt es in Gronau nur den Arbeitskreis Senioren – hier bei der Vorstellung der Germania-Pläne im Februar 2011. Foto: mfk

In dem Schreiben heißt es, dass der Verein in diesem Jahr in seiner konzeptionellen Arbeit neue Wege gehen müsse. Mithilfe der Seniorenvertretung NRW , dem ZWAR-Institut Dortmund und anderen Partnern solle in und um den Kneipp-Verein „ein neues Modell bedürfnisorientierter Angebote mit einer veränderten Ansprache für die Gestaltung in dieser Zielgruppe geschaffen und nachhaltig in der Gemeinde verankert werden“, so der Verein. Nach Aussage von Fachleuten sei die Kooperation mit einem Seniorenbeirat dabei förderlich.

Neu ist der Vorstoß indes nicht: Bereits 2006 war die Einrichtung eines solchen Gremiums ein Thema in der Dinkelstadt. 2009 jedoch hat sich der Arbeitskreis Senioren dafür ausgesprochen, keinen Seniorenbeirat zu initiieren, sondern stattdessen der städtischen Altenhilfekoordinatorin Anliegen und Probleme der älteren Bevölkerung mitzuteilen. Diese nimmt dann mit den zuständigen Gremien Kontakt auf und berichtet im Arbeitskreis über die Ergebnisse.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war nicht zuletzt, dass sich immer weniger Senioren fanden, die zu einem Engagement in einem solchen Gremium bereit waren. „Man kann die Leute nicht zu ihrem Glück zwingen“, meinte denn auch Heiner Möllers (CDU) zum Antrag des Kneipp-Vereins. „Wenn sich aus der Seniorenschaft keine Freiwilligen finden, fällt der Beirat mangels Masse ins Wasser.“

Ähnlich beurteilte Jörg von Borczykowski (UWG) die Situation, betonte aber: „Wenn sie einen Beirat mit Leben füllen, haben sie meine Unterstützung.“ Auch Sonja Jürgens, Fraktionschefin der SPD, Marita Wagner (Die Linke), Erich Schwartze (FDP), Rüdiger Bartels ( GAL ) und Herbert Krause („Pro Bürgerschaft“) begrüßten die Idee. „Es ist wünschenswert, dass die ältere Generation am politischen Geschehen beteiligt wird“, sagte Schwartze. Der demografische Wandel in Gronau werde bisher ohnehin nicht besonders berücksichtigt, urteilte Krause. Und Marita Wagner verriet, dass sie mit „einem FDP-Mitglied“ seit längerer Zeit dabei sei, etwas zu dem Thema auszuarbeiten. Daher solle es in den zuständigen Fachausschuss vertagt werden.

Altenhilfekoordinatorin Edith Brefeld erläuterte das Prozedere zur Einrichtung eines Seniorenbeirats. Sie betonte, dass er in Gronau 15 Mitglieder haben müsse, plus gleicher Zahl an Stellvertretern. Gesucht werden müssten also 15 bis 30 Senioren, „die sich auch verantwortlich zeigen“. Das Engagement dafür könne nicht die Verwaltung übernehmen, „das muss schon aus der Bürgerschaft kommen“, unterstrich Edith Brefeld.

Rüdiger Bartels (GAL) sah durchaus die Gefahr, dass die Aktivität eines Seniorenbeirats erlahmen könnte. Er verwies auf das Beispiel Ausländerbeirat, der „leer gelaufen“ sei, weil er keine Kompetenzen habe. Zwar ist ein Seniorenbeirat laut Gemeindeordnung NRW nur beratend tätig. Sein Einfluss hänge gleichwohl von den Mitgliedern selbst ab, meinte Erich Schwartze, „und von der Frage, wie ernst wir die Senioren dann nehmen“.

Einstimmig stimmten die Politiker am Ende dafür, das Thema im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Familie und Bevölkerungsentwicklung weiter zu beraten.

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