Drei Jahre und vier Monate Haft für Gronauer
Zwölfjährigen zum Stehlen genötigt

Gronau/Rheine -

Wegen Diebstahls in zehn Fällen, Bedrohung, Körperverletzung, Nötigung und gemeinsamen Betruges hat das Jugendschöffengericht in Rheine jetzt einen 19-jährigen Angeklagten aus Gronau zu drei Jahren und vier Monaten verurteilt.

Mittwoch, 28.03.2012, 07:03 Uhr

Drei Jahre und vier Monate Haft für Gronauer : Zwölfjährigen zum Stehlen genötigt
Symbolbild Foto: Agentur

Wegen Diebstahls in zehn Fällen, Bedrohung, Körperverletzung , Nötigung und gemeinsamen Betruges hat das Jugendschöffengericht in Rheine am Montag einen 19-jährigen Angeklagten aus Gronau zu drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Damit ging das Gericht sogar noch zwei Monate über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Der Angeklagte wurde aus der Haft vorgeführt und musste danach zurück in die Zelle, um seine Haftstrafe unverzüglich anzutreten. Allerdings hat er bereits knapp zwei Jahre davon schon abgesessen plus zwei Monate Untersuchungshaft. In diesem Strafmaß ist nämlich ein Urteil mit zwei Jahren enthalten, von dem er schon ein Jahr und neun Monate verbüßt hat. Der Rest von drei Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Genützt hatte es nicht. Kurz nach der Entlassung am 30. Mai 2011 wurde er rückfällig und beging die jetzt zur Last gelegten Straftaten. Dafür sitzt er jetzt erneut ein Jahr und fünf Monate, obwohl seine schwangere Freundin sehnsüchtig auf ihn wartet.

Seit dem zwölften Lebensjahr konsumiert er regelmäßig Drogen, behauptet aber, jetzt clean zu sein.

Gemeinsam mit Jugendlichen klaute er wie ein Rabe in diversen Geschäften in Ochtrup. Weil eine 13-Jährige Schmuck und eine weiße Jacke haben wollte, ließ er die Gegenstände mitgehen. „Ich habe sie ihr gegeben“, sagte er selbst dazu. Andere Jugendliche und sogar einen Zwölfährigen nötigte er am 17. September 2011 unter Gewaltandrohung, für ihn zu stehlen. Aus Angst folgte der Junge dem Auftrag. Weitere acht Diebstähle hätten er und Jugendliche für ein Ehepaar aus Ochtrup begangen, das ihnen die Aufträge erteilt und jeweils ein Drittel des Kaufpreises dafür gezahlt hätte. Das alles räumte er ein.

Am 20. September ließ er sich zusammen mit einem anderen Teilnehmer von einem Anti-Gewalt-Training von Ahaus nach Ochtrup bringen. Als der Taxifahrer knapp 40 Euro verlangte, öffnete er die Tür und flüchtete. Sein Kollege soll dem Taxifahrer von hinten auf den Kopf geschlagen haben, so dass der eine Schädelprellung erlitt und mehrere Tage arbeitsunfähig war. Der Taxifahrer war Zeuge vor Gericht und entlastete den Angeklagten. „Der saß auf der anderen Seite, den Schlag habe ich nicht von ihm“.

Vor Gericht räumte der Gronauer ein, den Betrug des Taxifahrers vorher mit dem Komplizen geplant zu haben. In seinem letzten Wort bedauerte er seine Handlungen.

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