Versicherung für vierbeinige Freunde
Tierisch überflüssig

Gronau -

Impfungen, Kastration, Wurmkuren oder verletzte Pfoten – Behandlungen und Medikamente für Haustiere können richtig ins Geld gehen. Einige Versicherer bieten zur Reduzierung der Kosten spezielle Versicherungen für Hunde und Katzen an.

Freitag, 20.04.2012, 12:04 Uhr

„Doch die Policen sind teuer. Nicht jedes Tier wird versichert und nicht alle Behandlungen werden bezahlt“, schränkt die Verbraucherzentrale NRW den Nutzen von Krankenversicherungen für Lumpi und Co. ein.

Die Verbraucherzentrale erklärt, ob und in welchen Fällen sich eine Versicherung für einen Vierbeiner lohnt:

► Leistungen: Tierbesitzer können zwischen zwei Versicherungsvarianten wählen: Die Vollversicherung übernimmt die Kosten bei Unfällen oder Erkrankungen für spezielle Untersuchungen und Operationen. Standardleistungen wie Impfungen und Kastration sind darin allerdings nicht mitversichert. Die Höhe des Jahresbeitrags richtet sich nach mehreren Faktoren – etwa Rasse, Alter, Größe und Gewicht. Günstiger als dieser Rundumschutz ist eine OP-Kostenversicherung. Diese kommt aber nur für die Kosten von chirurgischen Eingriffen unter Narkose auf. Der Versicherungsschutz bei beiden Modellen gilt auch im Urlaub – pro Aufenthalt in der Regel bis zu sechs Monaten. Die meisten Versicherer bieten eine weltweite Absicherung. Einige haften jedoch nur für Erkrankungen und Unfälle innerhalb Europas . Bevor sich Halter für eine Tierversicherung entscheiden, sollten sie sich mehrere Angebote besorgen und die für sie wesentlichen Punkte miteinander vergleichen.

► Ausschluss- und Aufnahmekriterien: Nur gesunde Tiere werden versichert. Als Faustregel gilt: Je älter Hund oder Katze bei Vertragsabschluss sind, desto teurer die Police. Die Altersgrenzen variieren jedoch: Zu versichernde Tiere dürfen meist nicht jünger als zwei Monate sein. Oft verlangen Versicherer auch den Nachweis von Impfungen und eine Tätowierung durch einen anerkannten Zuchtverband oder einen Mikrochips unterm Fell.

► Kosten: Kleinere Hunde können oft preiswerter versichert werden als größere. Der Beitrag für einen Stubentiger ist günstiger als für eine freilaufende Katze. Der Vollschutz kostet mehr als die OP-Versicherung. Besitzer zahlen hierfür jährlich zirka zwischen 250 Euro und 800 Euro für einen Hund. Bei einer Katze beginnen die Tarife bei rund 130 Euro und enden bei ungefähr 400 Euro.

► Empfehlung: Eine Krankenversicherung für Tiere lohnt in den meisten Fällen nicht. In einigen Praxen wird der dreifache Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) berechnet. Versicherungen übernehmen jedoch nur die Kosten bis zum zweifachen Satz der GOT. „Es rechnet sich daher eher, auf den Versicherungsschutz für den vierbeinigen Hausgenossen zu verzichten und gelegentliche Behandlungen aus eigener Tasche zu zahlen“, rät die Verbraucherzentrale NRW.

► Sinnvolle Vorsorge: Ein absolutes Muss ist hingegen eine Haftpflichtversicherung für Hundehalter: Gerät ein Hund außer Kontrolle, muss ein Halter für eventuell entstandene Schäden aufkommen. Die Versicherungssumme sollte hierbei mindestens pauschal drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden betragen. Bei Besitzern von Katzen deckt eine private Haftpflichtversicherung mögliche Folgen von unkalkulierbarem Verhalten ab.

Hilfestellungen bei der Frage, ob und in welchen Fällen Versicherungsschutz bei Haustieren sinnvoll ist, erteilt der Versicherungsberater in der Verbraucherzentrale NRW in Gronau, Konrad-Adenauer-Straße 45, ' 0 25 62/2 22 00.

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