Partnerschaft auf Augenhöhe
Erstes Treffen aller Partnergruppen des Aktionskreises Pater Beda in Brasilien

Gronau/Kloster Bardel -

Vernetzung, Austausch, voneinander Lernen und das bewusste Erleben der Größe und Stärke der Gemeinschaft – all diese Aspekte standen jetzt im Mittelpunkt eines einwöchigen Treffens von Vertretern aller Partnerprojekte des Aktionskreises Pater Beda in Brasilien. Fast 140 Menschen, Deutsche und Brasilianer, die die Aktionen teilweise bereits seit 30 Jahren, teils aber auch erst seit wenigen Jahren unterstützen, kamen dazu im Franziskanerkloster Ipuarana zusammen. „Der Wunsch nach Austausch bestand schon seit vielen Jahren“, sagen Pater Beda und Udo Lohoff, Geschäftsführer des Aktionskreises, die das Treffen mit Unterstützung des Kindermissionswerkes und des Deutschen Katholischen Missionsrates ausrichteten. Mit dabei waren auch Unterstützer der Arbeit von Pater Beda aus der Region – darunter Franz-Josef Verst und Maria Detert.

Mittwoch, 16.05.2012, 16:05 Uhr

Partnerschaft auf Augenhöhe : Erstes Treffen aller Partnergruppen des Aktionskreises Pater Beda in Brasilien
Die rund 140 deutschen und brasilianischen Aktiven, die die Projekte von Pater Beda unterstützen, kamen jetzt in Brasilien zu einem einwöchigen Treffen zusammen. Pater Beda ist seit mehr als 50 Jahren in Brasilien engagiert. Foto: Pater Beda

Vor allem weil die Teilnehmer aus sehr unterschiedlichen Projekten kommen, war das gegenseitige Kennenlernen und das Verständnis für die Arbeit des anderen wichtig. Die Vernetzung untereinander soll in Zukunft aber auch die „Schlagkraft“ der Pater-Beda-Aktivisten erhöhen: Wenn eine Organisation auftritt, die in zehn brasilianischen Bundesstaaten mehr als 25 Projekte realisiert und rund 5000 Kinder betreut, dann hat das „eine andere politische Schlagkraft“ ( Udo Lohoff ), als wenn die Initiativen einzeln auftreten. Zumal die Verantwortlichen vor Ort künftig auch daran arbeiten sollen, Gelder für die Umsetzung der Projekte in Brasilien selbst zu generieren. Am Ende des Treffens wurde von allen gemeinsam der „Brief von Lagoa Seca“ formuliert und an Politiker, Behörden, Entscheidungsträger und Kirchenvertreter auf den Weg gebracht. Tenor: „Eine neue Welt schafft man nur in Partnerschaft zwischen Gleichen.“ Trotz aller Fortschritte, die Brasilien in vielen Bereiche gemacht habe, befänden sich die für soziale Entwicklung und Einhaltung der Menschenrechte verantwortlichen Politiker „noch in einer bedenklichen Phase“. Der Appell der Teilnehmer: Mehr Engagement des brasilianischen Staates zur Bekämpfung der Armut, zum Ausbau der Bildung, zur Förderung der Agrarreform und zur Bekämpfung von Korruption . Hautnah erlebten die Teilnehmer die Wirklichkeit im Zusammenhang mit Konflikten auf dem Land: Als die Versammlung von Gewaltakten der Militärpolizei gegen Landarbeiter und Indianer erfuhr, die für den Bau einer Zementfabrik vertrieben werden sollten, machten sich die Teilnehmer mit Bussen auf den Weg dorthin, um Solidarität und Unterstützung zu zeigen. Pater Beda: „Diese Erfahrung war für die Teilnehmer des Treffens von großer Bedeutung.“ Und auch von Erfolg gekrönt: Bisher habe, so Pater Beda und Udo Lohoff, die Polizei nicht wieder versucht, Indianer und Landarbeiter an dieser Stelle zu vertreiben.

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