Suchtvorbeugung
Hermann Wenning ist den Drogen davongelaufen

Gronau-Epe -

Schon als Kind erlebte Wenning seinen ersten Alkoholrausch, mit 13 Jahren musste er sich nach einer durchzechten Fete den Magen auspumpen lassen. Auf den Alkoholmissbrauch folgten andere Drogen. Am Mittwoch las Wenning in der Sophie-Scholl-Schule aus seinem Buch „Lauf zurück ins Leben – Bericht einer Lebenskrise“.

Donnerstag, 14.06.2012, 13:06 Uhr

Suchtvorbeugung : Hermann Wenning ist den Drogen davongelaufen
Hermann Wenning am Beginn seiner Lesung in der Klasse 8 c der Sophie-Scholl-Schule. Die Schüler hören abwartend zu. Foto: Frank Zimmermann

Vorgestern in Duisburg, gestern in Epe , heute in Gütersloh. Hermann Wenning kommt auf seiner Lesetour ganz schön rum. Doch was Wenning zumeist in Schulen präsentiert ist keine Belletristik, sondern die knallharte Geschichte einer Drogenkarriere. Seiner Drogenkarriere!

In der Sophie-Scholl-Schule in Epe hatte Wenning gestern gleich zu Beginn einen Auftritt vor großem Publikum: vor rund 110 Neunt- und Zehntklässlern.

Schon als Kind erlebte Wenning seinen ersten Alkoholrausch , mit 13 Jahren musste er sich nach einer durchzechten Fete den Magen auspumpen lassen. Auf den Alkoholmissbrauch folgten andere Drogen : Ecstasy , Amphetamine, Heroin. „Ich habe meinen Körper wie einen Mülleimer behandelt.“ Wenning verliert seinen Job bei Stenau – „zu Recht“, wie er in der Rückschau betont. Seine Sucht finanziert er mit Einbrüchen. Schließlich landet er im Knast. Auch hier bleibt er auf Drogen.

Nach der Lesung in der Aula kommt ein alter Weggefährte auf Wenning zu. Der Autor signiert eins seiner Bücher. Die beiden plaudern ein bisschen über gemeinsame Zeiten als Läufer. Denn das Laufen spielt eine zentrale Rolle in Wennings Leben: Die Wende seiner Talfahrt wird nämlich durch einen Brief eines Bruders eingeleitet. Der schreibt vom Jubiläum des Legdener Volkslaufs. Ein Wettbewerb in Wennings Heimatstadt, den er als junger Mann mehrfach gewonnen hatte. Er beginnt wieder mit dem Training. Jeden Tag im Gefängnishof. Schließlich läuft er „zurück ins Leben“, macht eine Therapie, kommt auf Bewährung frei. All das erzählt er in seinem Buch „Lauf zurück ins Leben – Bericht einer Lebenskrise“.

Auch die Lehrer an der Sophie-Scholl-Schule interessieren sich für Wennings Geschichte. Das wird zwischen zwei Lesungen im Lehrerzimmer deutlich. Schnell dreht sich auch hier das Gespräch um Sport, Drogen und Suchtgefahren. Letztere haben sich seit Wennings „Karriere“ auch verändert: Die Schüler von heute können auch süchtig nach Facebook, nach dem Internet und nach Computerspielen werden, berichten die Lehrer ihre Erfahrungen.

Klassenweise stellt Wenning schließlich den Achtklässlern sich und seine Lebensgeschichte vor. Seinen Namen schreibt er an die Tafel, erklärt den Schülern den Ablauf, nimmt dann am Lehrerpult Platz und legt los. Dabei ist er authentisch und nimmt in eigener Sache kein Blatt vor den Mund. Das zieht die Schüler in seinen Bann.

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