Aktivisten aus dem Metelener Camp
Die Protestwelle der Atomkraftgegner rollt weiter

Gronau -

Der aktive Protest der Atomkraftgegner aus dem Metelener Camp hat am Dienstag Gronau erreicht: Am frühen Nachmittag sperren zehn Aktivisten aus den Reihen der Initiativen Robin Wood, ContrAtom und Münsterland gegen Atomanlagen die Zufahrten zur Urananreicherungsanlage der Urenco Deutschland GmbH.

Dienstag, 31.07.2012, 18:07 Uhr

Aktivisten aus dem Metelener Camp  : Die Protestwelle der Atomkraftgegner rollt weiter
Mit Dreibeinen und Plakaten blockierten die ersten Anti-Atomkraft-Aktivisten am frühen Dienstagnachmittag die Zufahrten zur UAA. Foto: Markus Kampmann

Vor den beiden Rolltoren an der Röntgenstraße bauen die Protestler je einen sogenannten Tripod auf – große Dreibeine, die sie aus Baumstämmen gefertigt haben. Damit die Polizisten diese nicht einfach an die Seite hieven, klettert je ein Protestler in die „Krone“. Derweil entrollen Mitstreiter vor den Toren Plakate, die mit den Urenco-Flaggen im Wind um die Wette flattern. „Atomkraft den Boden entziehen – Urananreicherung stoppen“ steht da zum Beispiel.

Polizei war vorbereitet

Einige Einsatzkräfte der Polizei haben bereits Stunden zuvor nahe und an der UAA Stellung bezogen. Immerhin musste sie mit derlei Aktionen rechnen: Die Aktivisten des Metelener Camps hatten die Fortsetzung der Proteste angekündigt, nachdem sie am Montag – wie berichtet – einen Transport von abgereichertem Uran um Stunden verzögern konnten. Letztlich hatte der Zug aus der UAA offenbar eine Ausweichstrecke über Ahaus zur französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague eingeschlagen. „Er ist am frühen Abend abgefahren“, bestätigt Urenco-Deutschland-Sprecher Dr. Chris Breuer am Dienstag auf Nachfrage.

Die sogenannten Tails, die der Transport geladen hat, sollen in La Hague in eine chemisch stabilere Form gebracht und zunächst gelagert werden, erklärt Breuer. Der Vertrag mit den Franzosen sehe den Rücktransport vor, wenn das eigene Uranoxid-Lager, das derzeit in der Gronauer UAA gebaut wird, 2014 fertig ist.

Atomgegnern ist die Aktion sehr wichtig

Die Betonmischer, die an diesem Dienstag zur Baustelle wollen, müssen vor den Protest-Plakaten warten, bis Polizeibeamte ihnen den Weg freimachen. Eines hält sich Celine vor die Brust. Sie ist extra aus München nach Metelen angereist, um sich am Camp zu beteiligen. „Das ist eines der wichtigsten Dinge überhaupt“, erklärt sie und meint den Einsatz für den Ausstieg, „der bisher keiner ist“.

Das sieht auch Irene so, die einen ungleich kürzeren Weg zurückgelegt hat: Die 26-Jährige kommt aus Münster – und demonstriert nicht zum ersten Mal an der UAA. Deutschlands einzige Urananreicherungsanlage sei „ein zentraler Punkt der Atomindustrie“, sagt Irene. Nicht nur national: Schließlich beliefere sie „weltweit zirka zehn Prozent“ der Atomkraftwerke mit angereichertem Uran, meint sie. Ein Ausstieg auch aus der Anreicherung sei deshalb „wichtig, damit erst gar kein Atommüll entsteht“.

 

Atomkraftgegner bereiten sich auf Demo in Gronau vor

1/20
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann
  • Hunderte Atomkraftgegner bereiten sich am Sonntagmittag auf dem Bahnhofsvorplatz auf die Demonstration in Gronau vor.

    Foto: Markus Kampmann

Urenco-Sprecher ist gelassen

Obwohl die Protestler die Schließung der UAA fordern und damit auch an seinem Stuhl sägen, sieht der Urenco-Sprecher dem Treiben offenbar gelassen zu. „Das Versammlungsrecht ist ein hohes Gut“, sagt Chris Breuer. Und die Abläufe in der UAA würden durch den Protest „nicht groß gestört“. Breuer gewinnt der Aktion sogar humorvolle Aspekte ab: „Lustig“ findet er zum Beispiel den Clown, der im Laufe des Nachmittags hinzugestoßen ist und Polizisten mit einem Staubwedel umschwirrt.

Auch er gehört dem Camp an, das derzeit auf dem Hof Konert in der Metelener Bauerschaft Naendorf seine Zelte aufgeschlagen hat. Zwischen 25 und 30 Aktivisten tummeln sich dort, der jüngste ist 18 Jahre alt, der älteste 53. Ihre Forderung aber ist dieselbe: der Atomausstieg. Mindestens bis heute soll das Camp stehen bleiben.

Bisher kein Eingreifen notwendig

Wie lange die Protestler vor der UAA ausharrten, war bei Redaktionsschluss noch nicht absehbar. Solange keine Straftaten erkennbar seien, sehe die Polizei keinen Grund zum Eingreifen, erklärte am Abend Frank Rentmeister, Sprecher der Kreispolizeibehörde Borken. „Für uns ist das eine legale Versammlung“, sagte er. Zumindest bis die Staatsanwaltschaft die Prüfung des Strafantrags abgeschlossen habe, den die Urenco gestellt hat . . .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1043793?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F696924%2F1164177%2F
Segelflugzeug verunglückt bei Notlandung in den Borkenbergen
Beide Insassen ins Krankenhaus eingeliefert: Segelflugzeug verunglückt bei Notlandung in den Borkenbergen
Nachrichten-Ticker