„Mission Integration“ gestartet
Schüler haben Plakate zum Thema gestaltet / Ausstellung im Rathaus-Foyer

Gronau -

Es ist noch nicht so lange her, dass die sogenannte Sarrazin-Debatte über das Land schwappte. Da wurden Migranten unter anderem als Produzenten von „Kopftuchmädchen“ diffamiert. „Das hat viele Menschen mit Migrationshintergrund geärgert und verletzt“, weiß Franziska Lengers vom Jugendmigrationsdienst Gronau (JMD).

Donnerstag, 27.09.2012, 15:09 Uhr

„Mission Integration“ gestartet : Schüler haben Plakate zum Thema gestaltet / Ausstellung im Rathaus-Foyer
Vanessa Ott  (l.) und Lia Ablinger sind zwei Schülerinnen der Fridtjof-Nansen-Realschule, die an dem Projekt teilgenommen haben. Auf dem Plakat jeweils links von ihnen sind sie als Superheldinnen zu sehen. Foto: Frank Zimmermann

Auch um dem etwas entgegenzusetzen, haben sich Lengers , Nadine Jaeger (Jugendberufshilfe Gronau ) und die Designerin Olga Kudrjawzewa zusammengesetzt. Durch ein Projekt mit Schülern der Fridtjof-Nansen-Realschule und Studierenden des Driland-Kollegs sollte mehr positive Öffentlichkeit für jugendliche Migranten geschaffen werden. Entstanden sind dabei Plakate . Sie zeigen Aliens und Superhelden. Zwei Schülerinnen, die an dem Projekt teilgenommen haben, sind Vanessa Ott und Lia Ablinger. Franziska Lengers habe in ihrer Klasse an der Fridtjof-Nansen-Realschule für das Projekt geworben, erzählen die beiden. Da haben sie sich spontan gemeldet – auch wenn sie für die Mitarbeit ein Wochenende opfern mussten. „Es gibt ja viele Wochenenden“, schmunzelt Lia Ablinger. In einer kleinen Gruppe, betreut von den Initiatorinnen, haben die jugendlichen Teilnehmer zwei Slogans zum Thema Migration/Integration entwickelt: „gekommen mit Frieden“ und „Mission Integration“. Der erste basiert auf einem Wortspiel mit dem englischen Begriff „aliens“, mit dem sowohl Fremde als auch Außerirdische gemeint sein können. Also thematisierten die jungen Leute mit ironischem Augenzwinkern die Integration von Aliens. Der zweite hat sich aus der Frage entwickelt: „Was wäre, wenn wir jugendliche Migranten eher an ihren Leistungen, als an ihren Defiziten messen?“ – Dann, so eine Antwort aus dem Projekt, würden die Migranten vielleicht sogar als Superhelden gesehen. Denn sie beweisen großen Mut, indem sie in ein fremdes Land mit vielen unbekannten Regeln und Anforderungen gehen. Die beiden Slogans wurden von den Teilnehmern und federführend von Olga Kudrjawzewa in Plakatmotive umgesetzt. „Es sind tolle, ausdrucksstarke Poster geworden. Ich wünsche der Ausstellung eine gute Resonanz“, sagte die Erste Beigeordnete, Sandra Cichon, in ihrem Grußwort zur Ausstellungseröffnung am Donnerstagmorgen. Denn Integration sei in einer Stadt wie Gronau, in der über 5000 Migranten aus 98 verschiedenen Nationen leben, ein wichtiges Thema. ► Die Plakate werden im Foyer des Rathauses ausgestellt und können während der allgemeinen Öffnungszeiten angeschaut werden.

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