Protest gegen Ausbau von Urananreicherungsanlage in Gronau
Bunter Protest und Erinnerungen an Fukushima

Kälte, Wind und Regen konnten knapp 1000 Menschen am Samstagnachmittag nicht davon abhalten, vor der Urananreicherungsanlage (UAA) der Firma Urenco in Gronau gegen Atomkraft zu demonstrieren und an die Katastrophe von Fukushima vor zwei Jahren in Japan zu erinnern.

Samstag, 09.03.2013, 16:03 Uhr

In bunter Kleidung demonstrierten die Mitglieder des internationalen Netzwerks „Rhythms of Resistance“ aus Münster.
In bunter Kleidung demonstrierten die Mitglieder des internationalen Netzwerks „Rhythms of Resistance“ aus Münster. Foto: Claudia Feld

Der Protest war vor allem bunt: Mit gelben, roten, grünen und schwarzen Fahnen zeigten die Demonstranten, dass sie die Atomkraft abschalten wollen. Für einen besonderen Farbtupfer sorgten die Mitglieder des internationalen Netzwerks „Rhythms of Resistance “ aus Münster. In auffälligen pinken Kostümen spielten sie „politische Samba“.

„Wir demonstrieren besonders hier, weil wir der Meinung sind, dass die Anlage abgeschaltet werden muss“, sagte Demo-Organisator Willi Hesters .

Die UAA sei fest in den Atomkraft-Kreislauf eingebunden, sagte Hesters. „Es ist ein Skandal, dass die Anlage überhaupt nicht betroffen ist, wenn vom Atomausstieg die Rede ist.“

Die Atomkraft-Gegner kritisieren nicht nur die Urananreicherung, sondern den Ausbau der gesamten Anlage. „Es kann nicht sein, dass man weltweit Atomkraftwerke stilllegt und so eine Anlage ausbaut“, sagte Willi Hesters. „ Wir befürchten, dass das hier ein Atomklo wird.“

Auf einer kleinen Bühne direkt vor der Urenco-Zufahrt hörten die rund 1000 Demonstranten Redebeiträge, unter anderem von der japanischen Studentin Naho Dietrich Nemoto . Sie erzählte von ihrer Heimatstadt Fukushima und wie sich die Stadt seit der Reaktorkatastrophe verändert hat. „Glaubt die Welt noch immer, dass atomare Energie saubere Energie ist? Atomkraftwerke dürfen nicht existieren. Sie sind es nicht wert“, endete Nemoto ihre Ansprache und erntete Beifall der Demonstranten, die außerdem den Ruf „Jetzt aussteigen“ skandierten.

Die russische Journalistin Svetlana Slobina erzählte aus ihrer Heimatstadt Angarsk, wo Atomkraftgegnern gelungen ist, dass durch ihre Proteste Transportverträge der dortigen Urananreicherungsanlage nicht verlängert werden. Nun werde überlegt, die Anlage zu schließen, da sie unrentabel wird.

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