Sonja Jürgens gewinnt Stichwahl mit 63,3 Prozent
Gronauer bekommen Bürgermeisterin

Gronau -

Die Gronauer bekommen zum ersten Mal eine Frau als Bürgermeisterin. Die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Sonja Jürgens, setzte sich am Sonntag bei der Stichwahl gegen Hartwig Withöft (CDU) durch. Die 35-Jährige erhielt 63,3 Prozent der Stimmen, der 50-jährige Withöft 36,7 Prozent.

Montag, 18.03.2013, 00:03 Uhr

Sonja Jürgens strahlte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses: Sie wird neue Bürgermeisterin in Gronau.
Sonja Jürgens strahlte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses: Sie wird neue Bürgermeisterin in Gronau. Foto: Frank Zimmermann

Die 35-Jährige konnte es kaum fassen – auch wenn im Vorfeld der Stichwahl vieles für ihren Erfolg gesprochen hatte. „Ich muss das jetzt erst mal sacken lasen“, sagte sie, überwältigt von diesem „Wahnsinnsergebnis“. Sie lag in 23 der 24 Stimmbezirke vorne. Selbst in denen, die traditionell als CDU-Hochburgen gelten.

Interview mit Sonja Jürgens

Schon bei der Hauptwahl vor zwei Wochen hatte Jürgens mit 47,2 Prozent fast die absolute Mehrheit erreicht – aber ein paar Prozentpünktchen fehlten ihr, die sie gestern mit Bravour einfuhr. Withöft gelang es dagegen nicht, genügend Wähler für sich zu gewinnen, die im ersten Wahlgang für den Einzelbewerber, Stadtbaurat Frank Vetter, gestimmt hatten.

Der unterlegene Withöft gratulierte der Siegerin des kurzen, aber spannenden Wahlkrimis. Gegen 18.50 Uhr hatte das vorläufige Endergebnis festgestanden.

Interview mit Hartwig Withöft

Die Wahlbeteiligung war mit 37,3 Prozent wiederum gering – jedoch höher als beim ersten Wahlgang, als 36,2 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gegangen waren.

Die Stichwahl war erforderlich geworden, weil im ersten Wahlgang vor zwei Wochen keiner der vier Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreicht hatte. Neben Jürgens und Withöft traten der Gronauer Stadtbaurat Frank Vetter und (parteilos) und Marita Wagner (Linke) an.

Jürgens und Withöft lieferten sich bis zum Wahltag einen engagierten Kampf um die Stimmen, machten Haus- und Firmenbesuche. Jürgens bot zudem politische Prominenz aus Düsseldorf als Wahlkampfhelfer auf: Binnen 36 Stunden kamen NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Landesinnenminister Ralf Jäger und Städtebauminister Michael Groschek nach Gronau , um der Kandidatin den Rücken zu stärken – ein eher ungewöhnliches Aufgebot für einen Bürgermeister-Wahlkampf.

Die Sitzverhältnisse im Rat verschieben sich durch den Wahlausgang: Für Jürgens kommt ein Nachrücker, somit hat die SPD einschließlich der Bürgermeisterin künftig 13 Mitglieder. Der bisherige Bürgermeister, Karl-Heinz Holtwisch, gehörte der CDU-Fraktion an. Er hatte im September aus Krankheitsgründen sein Amt aufgegeben. Die CDU hat nun 17 Sitze. Außerdem sind die FDP und die UWG mit je vier, eine weitere Wählergemeinschaft und die Grün-Alternative Liste mit je zwei und die Linke mit einem Sitz vertreten.

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