Kritik an Denkmalbehörden
„Pro Bürgerschaft“: Denkmal-Eigentümer kommen ihrem Schutzauftrag nicht nach

Gronau -

Ein Brief, vier Adressaten: Mit deutlich formulierter Kritik hat sich die Fraktion „Pro Bürgerschaft“ jetzt schriftlich an das Bauministerium NRW, das Westfälische Amt für Denkmalpflege, den Kreis Borken und die Stadt gewandt. Es geht um den Erhalt von Denkmälern, die sich im privaten Eigentum befinden.

Dienstag, 07.05.2013, 16:05 Uhr

Die „Weiße Dame“ in Pink. Nach Ansicht der Fraktion „Pro Bürgerschaft“ wird der Verfall des Spinnereigebäudes in Kauf genommen.
Die „Weiße Dame“ in Pink. Nach Ansicht der Fraktion „Pro Bürgerschaft“ wird der Verfall des Spinnereigebäudes in Kauf genommen. Foto: Klaus Wiedau

O-Ton Fraktionschef Herbert Krause : „Wir finden es seit längerer Zeit unerträglich, dass die Eigentümer – aktuell auch unter den Augen der Denkmalbehörden – buchstäblich im Herzen der Stadt ihrem Schutzauftrag nicht nachkommen“.

Als ein Beispiel nennt Krause die ehemalige Spinnerei A des früheren Delden-Konzerns, die sogenannte „Weiße Dame“: „Das Eigentumsverhältnis wurde familiär neu geordnet. Eine Sicherung der Bausubstanz unterbleibt jedoch weiterhin und der Totalverfall des Gebäudes wird in Kauf genommen.“ Nach Meinung von „Pro Bürgerschaft“ müsse dringend geklärt werden, welche Pflichten dem neuen Eigentümer auf der Grundlage des Denkmalschutzgesetzes zugemutet werden können.

Als zweites Beispiel nennt Krause das „Dinkellager“: Auch hier habe es einen Eigentümerwechsel gegeben, „Auch dieser Eigentümer, obwohl dem Vernehmen nach finanziell dazu in der Lage, kommt seinen Schutzverpflichtungen nicht nach“, heißt es im Schreiben von „Pro Bürgerschaft“.

Krause „ärgert“ sich darüber, dass die Stadt es nicht schaffe, Bürger auf ihre Pflichten zum Erhalt zu verweisen und tatkräftig für den Schutz und Erhalt einzutreten.“ Nicht die Politik sei für Verfall und Untergang etwa der „Weißen Dame“ und des „Dinkellagers“ verantwortlich: Beide Immobilien stehen nicht im Eigentum der Stadt, „sondern haben private Eigentümer, die sich der Pflichten nach dem Denkmalschutzgesetz bei der Übernahme bewusst gewesen sind“. Nach Meinung von „Pro Bürgerschaft“ „ist hier die Untere Denkmalbehörde gesetzlich eindeutig gefordert. Aber es geschieht nichts.“ Deswegen sei jetzt auch das Ministerium in Düsseldorf eingeschaltet worden.

Die Fraktion fragt in diesem Zusammenhang, ob der Unteren Denkmalbehörde (Stadt) die nach dem Denkmalschutzgesetz erforderlichen Veräußerungs- und Veränderungsanzeigen zugegangen seien. Krause: „Wir finden es höchste Zeit, dass sich die zuständigen Behördenebenen gemäß Artikel 18.2 der Landesverfassung NRW (,Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Kultur, die Landschaft und Naturdenkmale stehen unter dem Schutz des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände`) mit diesem unhaltbaren Zustand grundsätzlich und zielführend zum Schutz der beiden Denkmäler befassen.“

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