Jugendförderung
„An uns kommt keiner vorbei“

Gronau -

Wie misst man den Erfolg von Unterstützung, von pädagogischer Arbeit, von Begleitung auf dem Weg des Erwachsenwerdens oder ins Berufsleben?

Donnerstag, 06.06.2013, 09:06 Uhr

Keine Frage, die leicht zu beantworten ist. Trotzdem müssen die Mitarbeiter aus dem Fachdienst Jugendförderung nicht lange überlegen.

„Wenn ein Kind sich anfangs in der Hausaufgabenhilfe schwer tut, aber am Ende die Empfehlung fürs Gymnasium bekommt, kann man daran den konkreten Erfolg unserer Arbeit ablesen“, nennt Torsten Radau vom Kinder- und Jugendzentrum „Luise“ ein Beispiel. „Unser Erfolg spiegelt sich im Lebensweg der Jugendlichen“, ergänzt sein Kollege, Streetworker Olaf Reckers.

Noch konkreter fassen es Ulrich Ernst (Jugendhilfe im Strafverfahren) und Nadine Jaeger (Jugendberufshilfe): „In Gesprächen mit den Jugendlichen merke ich an den Reaktionen, ob die Hilfe bei ihnen angekommen ist“, sagt Ernst. Und Jaeger sieht den Erfolg ihrer Arbeit zum Beispiel, „wenn ich Jugendlichen Arbeitsaufträge gebe und dann beim nächsten Termin sehe, dass sie sie nach besten Kräften ausgeführt haben“.

In der Regel haben Kinder zum ersten Mal im Grundschulalter mit den Kinder- und Jugendförderern zu tun. Dann besuchen sie vielleicht eines der städtischen Jugendhäuser oder nehmen an den Ferienspielen teil. Die Jugendberufshilfe unterstützt sie unter anderem bei der Berufsorientierung, der Stellensuche und der Bewerbung. Kontakt zu den Streetworkern bekommen Jugendliche vielleicht, wenn sie mit ihrer Clique irgendwo in der Stadt präsent sind. Und wenn sie mit dem Gesetz in Konflikt kommen, dann steht die „Jugendhilfe im Strafverfahren“ (früher Jugendgerichtshilfe) ihnen zur Seite.

Es bedarf also nicht immer einer Problemlage, um mit den Mitarbeitern des Jugendamts in Kontakt zu kommen. Vielmehr hält das Amt eine ganze Reihe von Angeboten vor: Die Mitarbeiter bieten sich als Wegbegleiter und Ansprechpartner von Kindern und Jugendlichen an, verstehen sich als Stimme der jungen Bürger, stärken ihnen den Rücken und zeigen ihnen aber auch Grenzen auf. Dabei ist den Jugendförderern neben dem meist vorbeugenden Charakter ihrer Arbeit ein Aspekt besonders wichtig: der Vernetzungsgedanke. Nicht nur untereinander versuchen sie Hand in Hand zu arbeiten, sondern zum Beispiel auch mit Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden. „An uns kommt keiner vorbei“, scherzt Nadine Jaeger von der Jugendberufshilfe.

Mit ihrer Arbeit sorgen die Jugendförderer – ähnlich wie ihre Kolleginnen im Bereich „Frühe Hilfen“ – auch für mehr soziale Gerechtigkeit: Sie gleichen die unterschiedlichen Startbedingungen von Kindern und Jugendlichen aus und greifen denen verstärkt unter die Arme, die von Zuhause aus weniger mit auf ihren Lebensweg bekommen, als andere. Gerade in Zeiten des viel zitierten demografischen Wandels eine Arbeit von höchster Wichtigkeit – für alle Bürger, nicht nur die jungen.

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