THW-Helfer aus Gronau auf dem Weg ins Hochwassergebiet
Die Sandsäcke warten schon

Gronau -

Für acht THW-Helfer aus Gronau ist das Wochenende am Samstag um 16 Uhr zu Ende. Sie werden in den Einsatz beordert. Ziel: Magdeburg. Dort sollen sie an der Elbe einen Sandsack-Füllplatz betreiben – im Dreischicht-System.

Samstag, 08.06.2013, 17:06 Uhr

Ralf Kosse weiß, woran es ankommt: „Habt ihr genug T-Shirts dabei? Socken? Sonnencreme?“, fragt er die THW-Kameraden. Es folgt ein letzter Gang durch die Kleiderkammer – Reservestiefel und -hosen einpacken. Die Ausrüstung muss schließlich für sieben Tage Hochwasser-Einsatz in Magdeburg reichen. Solange werden Kosse und sieben weitere THW-Helfer aus Gronau dort gegen die Elbe kämpfen.

Die Alarmierung kommt am Samstagmittag um kurz vor 16 Uhr. Sieben Kräfte muss er THW-Ortsverband Gronau stellen – „eine Teilanforderung“, wie THW-Ortsbeauftragter Lutz Schabbing erklärt. Doch die – am Ende insgesamt acht – Gronauer werden nicht allein fahren: Zwölf Ortsverbände gehören zum THW-Geschäftsführungsbereich Wesel. Sie alle entsenden je sieben Leute – in der Summe also mehr als 80 Kräfte allein aus dem Weseler Geschäftsbereich. NRW-weit werden rund 1000 THW-Kräfte in Marsch gesetzt.

Und was genau ist der Auftrag der Gronauer im Katastrophengebiet? „Irgendwo an der Elbe bei Magdeburg sollen sie einen Sandsack-Füllplatz betreiben. Im Dreischicht-System“, sagt Schabbing.

Vor dem blauen THW-Transit stapeln sich – inzwischen ist es 16.30 Uhr – Gepäckstücke: Schlafsäcke, Reisetaschen, Getränkekisten. Luxus erwartet die THW-Helfer in Magdeburg nicht: „Feldmäßige Unterkunft“, sei angekündigt worden, sagt Schabbing. Im Klartext: „Übernachten in Zelten.“

Die meisten der Helfer, die in den Einsatz gehen, haben zumindest das Hochwasser 2010 in Epe miterlebt, Kosse und Martin Oltmann auch schon Einsätze an Elbe (2002/2003) und Oder (1998) absolviert. Deswegen erinnert Kosse an die richtige Ausrüstung. „Sonne ohne Ende – im Nacken und im Gesicht“, hat er von diesen Einsätzen in Erinnerung, sagt der 34-Jährige, der im Alltag als Software-Entwickler in einem Gronauer Unternehmen arbeitet.

Dazu gab es bei den Hochwasser-Einsätzen scharenweise Mücken. Und: „Die T-Shirts und Hemden stehen nach ein paar Stunden vor Salz“, weiß Kosse. Und er hat für die Kameraden noch einen Tipp: „Packt euch Ohropax ein.“ „Ohropax?“ „Ja. Wenn Du mit 40 Leuten in einer Turnhalle schläfst, von denen die meisten schnarchen, weißt Du, wofür Lärmschutz gut ist. Oder wenn das Zelt direkt neben einem Hubschrauberlandeplatz steht.“

THW-Ortsbeauftragter Lutz Schabbing verabschiedet die Gronauer THW-Helfer an der Unterkunft Vereinsstraße gemeinsam mit Bürgermeisterin Sonja Jürgens. Die findet es gut, dass von Gronau aus Hilfe in den Osten geschickt wird. Jürgens: „Es ist ein gutes Zeichen, dass Hilfe aus der Stadt in die Hochwasserregion geht. Auch vor dem Hintergrund, dass es gut ist, zu wissen, dass Hilfe kommt, wenn wir sie brauchen.“

Ob die acht THW-Helfer die einzigen bleiben, die von Gronau aus in den Einsatz gehen, ist offen. Schabbing deutet an, dass die Gronauer vielleicht auch noch mit ihren Großpumpen und den großen Stromerzeugern in das Hochwassergebiet ausrücken – aber darüber ist noch nicht entschieden.

Gegen 17 Uhr setzt sich der THW-Transit nebst Anhänger in Bewegung: An Bord: Ralf Kosse (Leiter), Martin Oltmann, Felix Kottig, Patrick Niehoff, Dennis Hartmann, Jens Biesenberger, Timo Sonntag und Alexander Urbartsch. Ihr erstes Ziel heißt Oberhausen, von dort fahren die Helfer weiter nach Bielefeld und erreichen erst am Sonntagmorgen um sechs Uhr das Ziel: Magdeburg.

„Wir sind jetzt hier in einem Bereitstellungsraum, haben unsere Zelte aufgebaut und warten auf den Einsatz“, meldet Kosse am Sonntagnachmittag in die Heimat. Ob es tatsächlich der Sandsack-Füllplatz wird oder doch eine andere Aufgabe auf die Gronauer wartet – Kosse weiß es nicht: „Wahrscheinlich müssen wir am Abend raus und dann geht es sicher die ganze Nacht durch.“

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