Sieben Betriebe beteiligen sich / Bewerbung um „Fairtrade-Stadt“ soll in Kürze verschickt werden
Fairtrade – auch Wirte sind dabei

Gronau -

Noch ist die Bewerbung nicht abgeschickt, aber: Gronau ist in Sachen Fairtrade-Stadt auf einem guten Weg. Seit dem Ratsbeschluss im Januar ist viel passiert. Das erfuhren am Montagmorgen die Gastronomen, die den Fair-Trade-Gedanken unterstützen und in ihren Betrieben fair gehandelte Produkte anbieten. „Sie als Gastwirte können einen wichtigen Beitrag leisten“, machte Erhard Bürse-Hanning, Sprecher der Steuerungsgruppe, bei einem Treffen im Elisabeth-Haus deutlich.

Dienstag, 30.07.2013, 08:07 Uhr

Bürse-Hanning erinnerte daran, dass es bereits eine Gründungsversammlung mit über 40 Vertretern von Organisationen und Einrichtungen gegeben hat. Auch sei bereits eine Reihe Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt worden. Beispielhaft nannte er das mehrfach angebotene Faire-Frühstück der Kolpingsfamilie Epe , die Informationen eines Kinderarbeitsexperte des Hilfswerkes Misereor Aachen über ausbeuterische Kinderarbeit, Veranstaltungen des Driland-Kollegs und die Umstellung der Automaten auf faire Getränke , Aktionen von Fortuna Gronau und der Realschule Gronau. Bürse-Hanning: „Viele engagierte Bürger, Kirchengemeinden, Schulen, Vereine und Parteien sind motiviert mitzumachen, weil der faire Handel ein wirkungsvolles Instrument der Armutsbekämpfung ist.

Nachrichten und Berichte in den Medien von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Bangladesch und anderswo, Kindersklaven bei der Kakaoernte in Westafrika, gesundheitsschädliche und ausbeuterische Arbeitsbedingungen im Kaffeeanbau seien für viele Menschen Anlass zum Nachdenken. „Viele Produkte tragen den Makel der Ausbeutung und Gesundheitsschädigung von vielen Menschen insbesondere in den südlichen Ländern der Erde.“

Als „wirkungsvolles Instrument der Armutsbekämpfung“ bezeichnete Bürse-Hanning den fairen Handel, der Kleinbauerfamilien faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen sichere, zugleich dem Verbraucher auch qualitativ hochwertige Produkte garantiere. Die Zahlung der Fairtrade-Prämie ermögliche zudem den Bau von Schulen und Gesundheitszentren. „Fair Trade“ stehe außerdem für ein Verbot der ausbeuterischen Kinderarbeit und ermögliche Kindern den Schulbesuch. Und: Umweltschonende Anbaumethoden werden besonders gefördert. Viele Produkte sind bereits aus Bio-Erzeugung.

Bürse-Hanning: „Es geht uns als Steuerungsgruppe nicht nur darum, die Mindestanforderungen zu erfüllen, die für die Anerkennung als Fairtrade-Stadt erforderlich sind. So müssen mindestens fünf Gasstätten mitmachen, die mindestens zwei Produkte ausschenken. Vielmehr haben wir uns zum Ziel gesetzt, vielen Gronauer Bürgern das Thema näher zu bringen und sie zum Kauf von fair gehandelten Produkte zu bewegen. Letztendlich geht es darum, den Fairen Handel und seine guten Wirkungen bekannter zu machen und damit diese Welt ein bisschen gerechter zu machen.“ Bürse-Hanning zeigte sich überzeugt, dass weitere Gaststätten dem Beispiel der jetzt bereits mitmachenden Gastronomen folgen.

Die Bewerbung um den Titel Fairtrade-Stadt werde, so der Sprecher der Steuerungsgruppe, in Kürze von Bürgermeisterin Sonja Jürgens auf den Weg gebracht. Die Urkunde werden dann – sicherlich erst nach einigen Monaten – im Rahmen einer Veranstaltung vor Ort übergeben. Alle zwei Jahre finde danach eine Überprüfung der Einhaltung aller Fairtrade-Kriterien statt.

Abschließend verwies Bürse-Hanning auf die „Faire Woche“, die vom 13. bis 27. September stattfindet.

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