Vortragsveranstaltung zum Jubiläum des Drilandmuseums
„Damit ist Gronau unsterblich geworden“

Gronau -

Vor 25 Jahren wurde in Gronau das Drilandmuseum eröffnet. Mit einer Erinnerungsfeier wurde am Sonntag in den Museumsräumen dieses Jubiläums gedacht. Da ergab es sich als glückliche Fügung, dass ein 1914 in der Schieferkuhle gefundenes und dann in Schubladen verschwundenes Fossil jüngst als neue Saurierart identifiziert wurde.

Montag, 01.07.2013, 10:07 Uhr

Heute vor 25 Jahren wurde das Drilandmuseum eröffnet. Mit einer Erinnerungsfeier wurde am Sonntag in den Museumsräumen dieses Jubiläums gedacht. Da ergab es sich als glückliche Fügung, dass ein 1914 in der Schieferkuhle gefundenes und dann in Schubladen verschwundenes Fossil jüngst als neue Saurierart identifiziert wurde. Dem Berliner Wirbeltierpaläontologen Dr. Oliver Hampe war dieser Schubladenfund zu verdanken. Den jetzt „Gronausaurus wegneri“ genannten Schwimmsaurier aus der frühen Kreidezeit stellte Museumsleiter Dr. Markus Bertling (Geomuseum Münster) vor.

In seinem Vortrag „Saurier, Dreibeine und Ammonshörner – Funde in der Schieferkuhle“ zeigte der Wissenschaftler erstmals öffentlich die Rekonstruktion dieser „Gronauechse“. „Damit ist Gronau unsterblich geworden“, sagte Bertling. Er verdeutlichte, welch spektakuläre weitere Funde Anfang des 20. Jahrhunderts in der mittlerweile als Bodendenkmal gelisteten Schieferkuhle gemacht wurden: Fossilien, die jetzt in vielen Sammlungen auch in den Niederlanden und Belgien zu finden sind. Die vielen gut erhaltenen Fossilien aus der Schieferkuhle würden teils als herausragende Funde in der Fachwelt eingestuft, so der Münsteraner Wissenschaftlicher. Bislang seien jedoch noch nicht alle Funde bestimmt, nur in Museumsschubladen gesichert. Es gebe also noch viel zu tun, diese wichtigen Kulturgüter in den Museen zu schützen, so Bertling.

Zweifellos hat Gronau - zumindest in der Fachwelt - Weltgeltung als wichtiger Saurier-Fundort. Eine Nachbildung des ebenfalls in der Schieferkuhle gefundenen Brancasaurus brancai, wird im Museum präsentiert.

Das heutige Drilandmuseum hat einen wesentlich älteren Vorgänger. Bereits vor 101 Jahren wurde in Gronau das Heimatmuseum eröffnet. Heimatvereinsvorsitzender Günter Vaartjes ließ die Geschichte der damaligen Sammlung mit teils kriegsbedingten Verlusten und vielen verschiedenen Aufbewahrungsorten Revue passieren. Bereits damals hatte das Heimatmuseum einen geologisch-paläontologischen Schwerpunkt. Dass das auch im Drilandmuseum so blieb, dafür setzte sich der inzwischen über 90-jährige Gronauer Geologe Dr. Lennart Schleicher ein, der zudem bereits vor 20 Jahren die Überlegung angestellt hat, dass es sich beim jetzigen Gronausaurus wegneri um eine eigene Gattung handeln könnte. Spontanen Beifall erhielt der zum Festakt erschienene Pensionär für sein großes Engagement.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Sonja Jürgens in ihrem Grußwort vor zahlreichen Festgästen besonders den vielen ehrenamtlichen Kräften des Drilandmuseums gedankt, die mit ihrem Engagement den musealen Zugang zur Gronauer Geschichte ermöglichen. Sie wies auf die Zusammenarbeit zwischen Heimatverein und Stadt Gronau hin, die das Museum gemeinsam betreiben. Abschließende Worte fand das jüngste Vorstandsmitglied Chris Breuer, der betonte, dass ein Museum nie stillstehen dürfe: „Es gibt immer Raum für Verbesserungen“. Zudem gab er der Hoffnung Ausdruck, dass aufgrund der Aufmerksamkeit um Gronausaurus wegneri finanzielle Mittel für die weitere Arbeit im Drilandmuseum bereitgestellt werden.

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