Prozess vor dem Jugendschöffengericht Rheine
Ehepaar erlitt „Schreck seines Lebens“

Rheine/Gronau/Ochtrup -

Weil zwei junge Männer aus Ochtrup (20 und 23 Jahre) an Heiligabend 2012 in Gronau hitzig auf den Fahrfehler eines älteren Mannes reagierten mussten sie sich gestern vor dem Jugendschöffengericht in Rheine wegen Nötigung, Beleidigung und Bedrohung verantworten. Sie erhielten Geldstrafen in Höhe von 3600 Euro und 1800 Euro bei jeweils 80 Tagessätzen.

Dienstag, 27.08.2013, 06:08 Uhr

Die unterschiedliche Höhe richtet sich nach den Einkommen der Angeklagten. Beide waren massiv, auch im Gewaltbereich, vorbestraft. Der Staatsanwalt hatte höhere Geldstrafen beantragt. Das Gericht hielt 80 Tagessätze für ausreichend, „weil es kein schwerwiegendes Delikt war“. Grundsätzlich hatten Staatsanwaltschaft und Jugendschöffengericht keinerlei Zweifel an den Aussagen der Zeugen.

Das Ehepaar, das zuvor Heiligabend im Familienkreis gefeiert hatte, „bekam den Schrecken seines Lebens“, wie der Staatsanwalt sagte. Er warf den Angeklagten vor, im Kreisverkehr in Gronau dicht aufgefahren, auf der Ochtruper Straße überholt und das Ehepaar ausgebremst zu haben. Der Jüngere soll ausgestiegen und auf das Fahrzeug des Ehepaares zugegangen sein, als der Rentner aus Gronau zurücksetzte und rechts an dem Wagen der Angeklagten vorbeigefahren sein soll.

Anschließend fuhr das Paar zur Polizeiwache, die Ochtruper folgten ihnen. Aus Angst stieg der 60-Jährige aus und wollte an der Wache klingen. „Es war Heiligabend, kein Mensch auf der Straße. Ich bin herzkrank, das hätte mein letztes Weihnachtsfest sein können“, beschrieb er die für ihn bedrohliche Situation.

Die Angeklagten folgten ihm, der Jüngere zog nach Darstellung des Zeugen an seinem Arm, um ihn vom Klingeln abzuhalten. Es kam zu einem Gerangel. Daraufhin stieg die Ehefrau aus dem Fahrzeug und klingelte bei der Polizei. Unter Tränen schilderte sie gestern als Zeugin die Situation und warf den Angeklagten vor: „Was die Jungs gemacht haben, das müsste man mal mit ihrer Mutter machen“. Für sie war es ein gewaltiger Schock, als sie allein mit den Angeklagten auf der Ochtruper Straße standen und die Männer in einer für sie bedrohlichen Haltung auf ihr Auto zukamen. „Wenn du uns anzeigst, schlage ich dich tot“, soll der Ältere zu ihrem Mann gesagt haben. Erst auf der Wache wurde das Paar beruhigt und erstattete Anzeige.

Der Gronauer sagte, dass er urplötzlich beim Verlassen des Kreisverkehrs im Rückspiegel geblendet worden sei. Im Reflex habe er gebremst. Im selben Augenblick sei das Auto an ihm vorbeigefahren, hätte sich vor ihn gesetzt und ihn zum Anhalten gezwungen.

Die beiden Angeklagten behaupteten, dass der Mann für sie grundlos gebremst habe. Sie zeigten vor Gericht weder Einsicht noch Reue.

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