Gutachten zur Wirkung des Rockmuseums auf Wirtschaft
Kaufkraft- und Imagegewinn

Gronau -

Das Rock‘n‘Popmuseum kostet die Stadt Gronau Geld – doch das ist nur eine Seite im komplexen Wechselspiel zwischen dem Museum, der örtlichen Wirtschaft und dem Tourismus sowie dem Stadtmarketing.

Samstag, 21.09.2013, 07:09 Uhr

Ein Gutachten, das die Beloch & Franzbach GmbH erstellt hat und dem Aufsichtsrat der Rock‘n‘ Popmuseum GmbH am Donnerstagabend vorgestellt wurde, beinhaltet dazu interessante Fakten. Beispielsweise die, dass die Museumsbesucher jährlich über 1,5 Millionen Euro an Kaufkraft bringen. Dadurch alleine sorgte das Museum für kommunale Steuereinnahmen in Höhe von fast 40 000 Euro.

Sebastian Franzbach und Benjamin Beloch berechneten diese Zahlen anhand von Berechnungen und Erfahrungswerten des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr und des Münsterland e.V. Auch wenn der Großteil der Museumsbesucher aus Tagesgästen bestehe, stelle das Museum auch einen wichtigen Baustein für den Fremdenverkehr dar, der zu zusätzlichem Umsatz in den örtlichen Beherbergungsbetrieben beitrage. Die Übernachtungszahlen haben sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt – auch wenn diese Entwicklung nicht allein auf das Museum zurückzuführen sei.

Wenn es um die Außenwirkung der Stadt geht, strahlt jedoch kein anderer Leuchtturm so weit ins Land hinaus wie das Rockmuseum . Die Ausstellungen sorgen für positive Resonanz und Medienberichte im gesamten Land. „Der Beitrag für das Image der Stadt und die öffentliche, deutschlandweite Wahrnehmung ist nicht zu unterschätzen“, heißt es in dem Gutachten.

Übrigens: 21 Prozent der Besucher gaben an, dass eine Empfehlung der Grund für den Besuch darstelle. „Das spricht für die Qualität der Ausstellung, denn eine Empfehlung wird meistens nur ausgesprochen, wenn Erwartungen übertroffen werden“, so das Gutachten.

Nur in Gronau und Epe selbst scheint sich die Bedeutung des Museums noch nicht überall herumgesprochen zu haben. Die Akzeptanz und Identifikation der heimischen Bevölkerung mit dem Museum sei verbesserungswürdig, heißt es in dem Gutachten. Allerdings ist man auch da auf einem guten Weg, nicht zuletzt dank des Freundeskreises. „Er ermöglicht allen Grundschulkindern und den Schülern der weiterführenden Schulen aus Gronau und Epe einen kostenlosen Besuch des Museums“, erläuterte Geschäftsführer Thomas Albers. Die Kinder und Jugendlichen werden dadurch zu Multiplikatoren – und das schon mit ersten Erfolgen. Denn für die jungen Besucher gilt das, was Petra Raad (FDP) auch bei älteren feststellt: Wer eine schlechte Meinung vom Museum hat, revidiert diese, sobald er es besucht hat.

Kurt Rehbein (SPD) zweifelte die Höhe der Kaufkraftzuwächse durch das Museum an. Sie seien wohl „der Methodik geschuldet“. Dennoch, so auch Bürgermeisterin Sonja Jürgens, zeige das Gutachten, dass das Museum einen Mehrwert für die Stadt bedeute. Auch wenn die Befürchtung bestehe, dass der Zuschussbedarf weiter hoch bleibe. Doch auch da ist das Museum auf einem guten Weg: Die Zuschüsse sind (vom Höchststand über 1,2 Mio. in 2005) auf unter 800 000 Euro gesunken, die betrieblichen Aufwendungen wurden zurückgeführt, ohne die Funktionsfähigkeit des Museums zu gefährden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1925515?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F1779513%2F2009872%2F
Nachrichten-Ticker