Pläne für Einkaufszentrum und fehlende Zusagen zur Hertie-Nutzung erschweren Vertragsabschluss
Hertie-Verkäufer machen Druck

Gronau -

Bisher wurde der Gronauer Politik nur durch die beiden konkurrierenden Projektentwickler und die neue „Interessengemeinschaft Stadtentwicklung“ Druck in Sachen Einkaufszentrum gemacht. Jetzt kommt der Beschuss noch aus einer anderen Ecke: Von der CR Investment Management GmbH aus Berlin, die exklusiv mit der Vermarktung der noch nicht verkauften Hertie-Häuer betraut ist.

Samstag, 14.09.2013, 08:09 Uhr

In einem Brief an Bürgermeisterin und Ratsmitglieder, den die CR Investment der WN-Redaktion am Freitagnachmittag mailte, heißt es: „Wir möchten Sie aus aktuellem Anlass in aller gebotenen Deutlichkeit darauf hinweisen, dass sowohl die Ausweisung neuer großzügiger Einzelhandelsflächen als auch das Fehlen klarer Zusagen der Stadt Gronau zur zukünftigen Einzelhandelsnutzung des ehemaligen Hertie-Kaufhauses derzeit einen erfolgreichen Abschluss des Verkaufsverfahrens, das sich auf der Zielgeraden befindet, verzögert und womöglich letztendlich sogar gänzlich verhindern wird.“

CR Investment betont, dass es für das Gronauer Hertie-Haus „zahlreiche erfolgversprechende Verhandlungen“ gebe, diese allerdings bisher nicht zum Verkauf geführt hätten, „da Investoren in direkter Konkurrenz mit der SEPA /HBB um neue Mieter treten müssen und davon ausgegangen werden kann, dass nur eine beschränkte Anzahl von Mietinteressenten an dem Standort Gronau interessiert sind.“ Die CR schließt sich der Auffassung der Gronauer Kaufmannschaft an, nach deren Einschätzung „ohne eine angemessene Anbindung des Einkaufszentrums an die Neustraße der Gronauer Einzelhandel nachhaltig Schaden nehmen und ein kooperatives Nebeneinander nicht möglich sein wird“. Insbesondere die Wiederbelebung des Kurt-Schumacher-Platzes müsse zentrales Anliegen aller Akteure sein. Das könne nur über die Immobilie Hertie gelingen.

In dem Schreiben an die Stadt weist die CR Investment darauf hin, dass das seit 2009 leerstehenden Warenhaus in Gronau eine Einzelhandelsnutzfläche von 4300 Quadratmetern hat. Laut Einzelhandelsgutachten der GMA (aus dem Jahre 2010) verfügt das Zentrum von Gronau über eine Verkaufsfläche von 12 405 Quadratmetern (ohne Hertie). „Der Leerstand von Hertie entspricht somit einem innerstädtischen Einzelhandelsflächenanteil von rund 26 Prozent.“ Trotz dieser „außergewöhnlichen Leerstandsrate“, heißt es weiter, habe die Stadt Anfang 2012 eine Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich Inselpark/Innenstadt beschlossen und Baurecht für ein weiteres innerstädtisches Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von maximal 17 500 Quadratmeter geschaffen. Mit Blick auf die Ziele der Entwicklungsvereinbarung von Stadt und SEPA/HBB verweist die CR Investment darauf, dass es SEPA/HBB nicht gelungen sei, die geforderte Anbindung an die Neustraße nachzuweisen. „Trotzdem findet am 18. September eine Ratssitzung statt, in der über den Verkauf der städtischen Flächen an die SEPA/HBB entschieden werden soll“, ist dem Schreiben das Unverständnis über diese Vorgehensweise zu entnehmen.

Die CR Investment weiter: „Der beabsichtigte Verkauf der städtischen Grundstücke (...) zur Errichtung zusätzlicher 17 500 Quadratmeter Einzelhandelsfläche ohne eine breit akzeptierte Lösung für den leerstehenden ehemaligen Hertie wird unseres Erachtens zu einem langfristigen Dauerleerstand am Kurt-Schumacher-Platz führen.“

Das Berliner Unternehmen bedauert am Ende des Briefes, dass es bisher nicht zu Veranstaltungen eingeladen worden sei, um seine „Vorstellungen zu einer koordinierten und erfolgreichen Weiterentwicklung der Gronauer Innenstadt beizutragen“. Man sei aber bereit – auch kurzfristig – die Erfahrungen in einen Dialog mit Rat, Verwaltung, Kaufmannschaft und Öffentlichkeit einzubringen. 

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