Viertklässler der Hermann-Löns-Schule nehmen ein kleines Hörspiel auf
Die Bücherei als Aufnahmestudio

Gronau-Epe -

Dass die Bücherei in Epe zum Klassenzimmer wird, kommt immer wieder mal vor. Dass die Räume aber zu einem Aufnahmestudio für ein Hörspiel werden – das gab’s noch nie. Bis gestern. Da passierte nämlich gleich beides auf einmal: Die Klasse 4b der Hermann-Löns-Schule nahm dort nämlich ein Hörspiel auf. „Die Abenteuer von Papsi, Pepsi, Piepsi und Pupsi – Der schwarze Ritter“ lautete der Titel der spannenden Geschichte.

Freitag, 27.09.2013, 08:09 Uhr

Spannend? Ja, wenn man die Kurzgeschichte liest, ist sie spannend. Doch wie um alles in der Welt überträgt man diese Spannung beim Vorlesen auf den Zuhörer? Mit so einem Problem haben sich die Kinder noch nie auseinandergesetzt. Um es zu bewältigen, ist Klaus Adam da. Der hat die Geschichte geschrieben und probt den ganzen Vormittag mit den Schülerinnen und Schülern. Atem- und Stimmübungen stehen als erstes auf dem Stundenplan dieses außergewöhnlichen Schultags.

Dann sitzen die Kinder alle in großer Runde auf dem Boden zwischen den Bücherregalen. Vier Mädels, gute Vorleserinnen, sprechen die Titelrollen, Schulleiterin Ute Cyprian bekommt spontan die Rolle einer krächzenden Alten zugeteilt, ein Junge ist der Ritter, und die anderen fungieren rundum als Erzähler. Zeile für Zeile wird vorgelesen.

Den Hauptvorlesern kommt die größte Aufgabe zu. Sie müssen die unterschiedlichen Charaktere nur mit dem Ausdruck ihrer Stimmen darstellen. Anführerin Papsi, Pupsi, die manchmal eine lange Leitung hat, die etwas ängstliche Pepsi , die neugierige Piepsi.

Immer wieder greift Adam in das Geschehen ein. „Da steht doch, dass Pepsi quengelt. Also musst du auch quengeln“, fordert er und macht’s vor: „Mennnoooo!“ Gestenreich und mit Körpereinsatz unterstützt er die Aussagen und vermittelt so die Emotionen, die in den Worten stecken. Und das wirkt: Immer wieder meint man, den Groschen bei den Kinder fallen zu hören. Immer besser kommen sie in Fahrt, finden sich in ihre Rollen.

„Ihr müsst euch das richtig vorstellen, wie der Blitz in die Burg schlägt!“, mahnt Adam wieder, als ihm die Schilderung der entsprechenden Szene zu matt gerät. Mancher Satz kommt etwas stockend, „aber ich habe später die Möglichkeit, das nachzubearbeiten“, erläutert Adam in einer kurzen Pipipause für die Kinder. Bei der Bearbeitung fügt er später auch Geräusche hinzu, die die gesamte Geschichte atmosphärisch verdichten.

Kurz darauf geht es weiter. Große Mühe, die Viertklässler wieder zusammenzutrommeln, hat er nicht. Der Spaß an der Sache hat sie hörbar gepackt. Sie achten plötzlich auch auf die phonetischen Eigenheiten von Worten. „Därme schrappen“, „scheppernde Schritte“, „zuckende Blitze“ und „Kunibert, der Schröckliche“. So heißt der schwarze Ritter, der den Mädchen in der gruseligen Geschichte einen gehörigen Schrecken einjagt.

Nach den Probedurchläufen sollte es am Nachmittag ernst werden mit der Aufnahme. Das Rohmaterial nahm Adam mit. Wenn er es bearbeitet hat, wird es im Internet veröffentlicht (www.kidspods.de).

Wie die Kinder überhaupt zu dem besonderen Schultag kamen? Das haben sie Dorothe Roling von der Eper Bücherei zu verdanken. Sie hatte bei einem Preisausschreiben der Hörbuchreihe Auditorix den Preis gewonnen – und die Klasse zu der Erlebnisreise in die eigene Sprache eingeladen. Und sie freut sich über den Eifer, den die Kinder an den Tag legen.

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